Nagelhaut pflegen: Tipps gegen trockene und eingerissene Nagelhaut

Nagelhaut pflegen: Tipps gegen trockene und eingerissene Nagelhaut
Die Pflege der Nagelhaut ist wichtig, damit sie die Nägel schützt. (Quelle: Engin Akyurt - pixabay.com)
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Schöne, gesunde Fingernägel fallen im Normalfall nicht besonders auf. Wenn man aber an trockener, eingerissener Nagelhaut leidet, kreisen die Gedanken ständig um die Nägel.

Woher kommt trockene Nagelhaut?

Wie kann man sie richtig behandeln und pflegen?

Das und mehr werdet ihr gleich erfahren!

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Nagelhaut und wo ist sie zu finden?

Die Nagelhaut ist eine schützende Haut am Nagel der Hände und Füße, die medizinisch auch Cuticula genannt wird. Sie bedeckt die Stelle, an der der Nagel herauswächst (Nagelwurzel). Diese Haut hat eine besonders wichtige Funktion.

Aufbau Fingernagel mit Pfeilen auf Nagelhaut und Nagelplatte

Dadurch, dass sie ein kleines Stück über den Nagel wächst und ihn so etwas bedeckt, versiegelt sie die Lücke zwischen Haut und Nagel. So können keine Bakterien, Pilze oder Viren ins Nagelbett eindringen.

Wenn die Nagelhaut nicht intakt ist, kann das zu starken Schmerzen und Entzündungen führen.

Trockene, eingerissene Nagelhaut: Ursachen

Jetzt stellt sich die Frage, aus welchen Gründen die Nagelhaut der Hände einreißt und Probleme bereitet. Es gibt viele verschiedene Auslöser für trockene Nagelhaut, die teilweise leicht vermieden werden können:

Wer häufig in Kontakt mit Wasser ist, beispielsweise berufsbedingt, hat ein erhöhtes Risiko für trockene Nagelhaut. Die Flüssigkeit entzieht der Haut Feuchtigkeit und macht sie trocken und spröde.

Bei Reinigungsmitteln ist es ähnlich. Die Chemikalien sind schädlich für unsere Haut und greifen auch die Fingernägel an. Beim Putzen sollten immer geeignete Handschuhe verwendet werden.

Wer regelmäßig kosmetischen Nagellack verwendet und diesen dann mit aggressivem, acetonhaltigen Nagellackentferner entfernt, schadet so ebenfalls der Nagelhaut.

Hier ist darauf zu achten, besser hautfreundliche Lackentferner zum Entfernen des kosmetischen Nagellacks zu verwenden.

Auch Desinfektionsmittel für die Hände, wie es zurzeit häufig wegen Corona gebraucht wird, lässt die Nagelhaut austrocknen. Es schützt zwar vor Viren oder Pilzen, trocknet jedoch auch die Haut und Nagelhaut aus.

Beim Jahreszeitenwechsel von Sommer zu Winter wird die Haut ebenfalls stark beansprucht. Plötzliche Kälte in Verbindung mit trockener Heizungsluft entzieht der Nagelhaut ihre dringend benötigte Feuchtigkeit.

Grunderkrankungen wie die Schuppenflechte können sich auch auf die Fingernägel ausbreiten (Nagelpsoriasis) und dort zu trockener, rissiger Nagelhaut führen. Die Autoimmunerkrankung sollte unbedingt begleitend von einem Arzt behandelt werden.

verschiedenes Obst und Gemüse
Vitamine sind wichtig für stabile Nägel und eine gesunde Nagelhaut. (Quelle: RitaE - pixabay.com)

Einseitige Ernährung, die zu einem Nährstoffmangel führt, kann die Haut und Nagelhaut austrocknen lassen. Wenn ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen im Körper herrscht, wirkt sich das auf viele Bereiche, unter anderem auf die Nägel, aus.

Viele, die stark gestresst sind oder aber sehr gelangweilt, zupfen gerne ihre überstehende Nagelhaut weg.

Daneben gibt es auch Menschen, die die Nagelhaut abkauen. Diese Angewohnheit wird medizinisch Perionychophagie genannt.

Dieses Verhalten ist jedoch besonders schädlich für den Nagel. Die Schutzbarriere wird zerstört und durch kleine entstehende Wunden können Bakterien, Viren oder Pilze leicht in die Hautschicht eindringen.

Darüber hinaus führt auch eine falsche Nagelpflege zu trockener Nagelhaut. Das dünne Häutchen am Nagel sollte regelmäßig und vorsichtig zurückgeschoben werden.

Wenn das nicht passiert, die Nagelhaut nicht eingecremt und gepflegt wird, klebt sie regelrecht am Nagel und reißt mit der Zeit ein.

Folgen einer trockenen Nagelhaut

Braune Pilze im Wald
Eine eingerissene Nagelhaut kann die Eintrittspforte für Pilze bilden. (Quelle: TomaszProszek - pixabay.com)

Die Folgen von trockener Nagelhaut können unter Umständen auch schwerwiegender sein.

Wenn das Häutchen einreißt und eine Wunde entsteht, ist das die perfekte Eintrittspforte für Mikroorganismen. Pilze oder Bakterien nisten sich gerne in warmer, feuchter Umgebung ein und vermehren sich dort rasend schnell.

Wenn sich ein Pilzerreger an der Hand befindet, kann er durch die Wunde Nagelpilz verursachen. Der Nagel verfärbt sich und verliert seinen Glanz.

Im weiteren Verlauf verdickt sich die Nagelplatte und fängt an, sich langsam vom Nagelbett abzuheben.

Wer solch eine Veränderung bemerken sollte, muss den betroffenen Nagel unbedingt medikamentös behandeln (hier klicken für weitere Informationen).

Ein weiterer Erreger, den man sich zuziehen kann, ist das Warzenvirus. Im Normalfall kann der Körper mit seinem intakten Immunsystem das Virus abwehren. Wenn jedoch eine Verletzung an der Nagelhaut besteht, kann der Erreger eindringen und eine Warze bilden.

Eine Nagelbettentzündung kann ebenfalls durch eine trockene, gerissene Nagelhaut entstehen. Eingedrungene Bakterien verursachen Entzündungen, die mitunter besonders schmerzhaft verlaufen können.

Unbehandelt kann trockene Nagelhaut zu einer chronischen Nagelhautreizung führen, die ebenfalls mit Schmerzen verbunden ist.

Nagelhaut entfernen: Vorsicht!

Das Entfernen der Nagelhaut mit einer Schere birgt immer ein Risiko, denn es kann zu übermäßigem Nachwachsen kommen und daraus entsteht ein Teufelskreis.

Mit scharfkantigen Instrumenten sollte man bei der Nagelpflege vorsichtig sein. Nagelfeile oder Nagelschere sind nicht für das Entfernen von Nagelhaut zu verwenden.

Nagelschere auf beigem Hintergrund.
Die Nagelschere ist nicht geeignet, um die Nagelhaut zurückzuschieben. (Quelle: Hans Braxmeier - pixabay.com)

Ich rate Euch definitiv davon ab, die Nagelhaut mit einer Schere oder ähnlichem zu entfernen. Durch dieses Vorgehen verletzt man die Nagelhaut und erhöht das Infektionsrisiko.

Eine Alternative ist ein Nagelhautentferner. Dieses Produkt soll die überschüssige Nagelhaut sanft und sicher entfernen.

 

Besser als das Entfernen ist die richtige Pflege und das vorsichtige Zurückschieben der Nagelhaut.

Nagelhaut pflegen: So geht’s!

Wer schon eine eingerissene Nagelhaut hat, sollte über die richtige Pflege nachdenken. Eine intakte Nagelhaut ist ein wichtiger Schutz für die Fuß- und Fingernägel.

Zunächst sollten die Häutchen aufgeweicht werden. Das kann man zum Beispiel mit einem Handbad erreichen. Auch nach dem Duschen ist die Haut durch das Wasser aufgeweicht und kann dann weiterbehandelt werden.

Nach dem Aufweichen der Haut kann man diese vorsichtig mit einem Rosenholzstäbchen oder einem speziellen Nagelhautschieber zurückschieben. Dem Schneiden der Nagelhaut ist jedoch dringend abzuraten.

Nach dem Zurückschieben sollte die Stelle am besten mit einer
reichhaltigen Creme oder einem Öl behandelt werden. Durch die spezielle
Creme wird die Haut weich und Risse können schneller heilen.

Nach dem Auftragen der Creme oder des Öls kann einfach ein Pflaster als Schutz aufgeklebt werden.

Die beiden Produkte von Gehwol eignen sich sehr gut zur Pflege der Nagelhaut!

Apothekerin Melissa mit schwarzem Blaser und weißem Hintergrund.

Melissa, Apothekerin

Ob man ein Öl oder eine Creme einsetzt, ist gleichermaßen gut. Beide Produkte helfen, die Hautpartien geschmeidig zu halten. Wichtig ist nur, sie regelmäßig anzuwenden.

Vor allem, wenn man zu der Gruppe Menschen gehört, die berufsbedingt viel Kontakt mit Wasser haben oder mit Chemikalien in Berührung kommen.

Am besten behandelt man die Hände einfach abends vor dem Schlafengehen, sodass die Produkte über Nacht gut in die Haut einziehen können.

Um die zu behandelnden Stellen zu schützen und einen noch größeren Effekt zu erzielen, können auch dünne Baumwollhandschuhe für die Nacht übergezogen werden.

Diese Hausmittel helfen der Nagelhaut

Hausmittel sind sehr beliebt, da sie meist schon vorrätig sind, nicht extra besorgt werden müssen und schnell hergestellt werden können.

Es gibt auch einige Hausmittel, die für die Nagelhautpflege geeignet sind.

Ein Handpeeling mit Olivenöl und Salz kann Wunder bewirken. Dazu wird einfach etwas Öl in eine Schale gegeben und ein halber TL Salz hinzugefügt. Anschließend können die Hände und Finger damit eingerieben werden.

Kokosöl wirkt antibakteriell und pflegend. Das Öl kann ebenfalls direkt auf die Nagelhaut und Hände aufgetragen werden. Nach wenigen Anwendungen wird die Haut spürbar geschmeidiger und die Nagelhaut entspannt sich.

Kamillentee mit Kamillenblüten
Kamille hat entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften. (Quelle: congerdesign - pixabay.com)

Ein Kamillenbad kann hervorragend vor einer Nagelhautbehandlung durchgeführt werden. Dazu stellt man eine Tasse Kamillentee her. Nach 5 Minuten den Teebeutel aus dem Wasser nehmen. Wenn der Tee abgekühlt ist, kann ein Handbad gemacht werden.

Die Kamille hemmt Entzündungen und ist antibakteriell. Daher kann man sie ideal bei Rissen in der Nagelhaut anwenden.

Mandelöl mit Teebaumöl wirken zusammen beruhigend, sind leicht desinfizierend und besonders gut für die Pflege geeignet.

Die Mischung der Öle kann man direkt auf die Hautstelle auftragen. Achtung: bei sehr empfindlicher Haut kann es eventuell zu Reizungen kommen.

Fazit zur Pflege der Nagelhaut

Die Nagelhaut hat eine Schutzfunktion und sollte entsprechend gepflegt werden, dann kommt es auch nicht zu ernsteren Erkrankungen, wie z.B. Nagelpilz.

Bei der Nagelpflege muss deshalb unbedingt darauf geachtet werden, die Haut nicht zu verletzen.

Falls die Nagelhaut schon sehr trocken ist, kann man sie mit der richtigen Pflege wieder geschmeidig werden lassen.

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Autorin: Melissa
Autorin: Melissa

Melissa ist eine approbierte Apothekerin. Ihre praktische Erfahrung nutzt sie, um Euch hier weiterzuhelfen.

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Quellenverzeichnis:

1. David de Berker, Nail anatomy, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24079579/

2. Dr. Frank Antwerpes, Perionychium, https://flexikon.doccheck.com/de/Perionychium/

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