Nagelpilz in der Schwangerschaft

Nagelpilz Schwangerschaft: Schwangere Frau hält ihren Bauch vor einem Fenstern
Nagelpilz kann auch Schwangere treffen. (Quelle: sippakorn yamkasikorn - pixabay.com)

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2020

Wie kann Nagelpilz in der Schwangerschaft behandelt werden?

Ein Nagelpilz (Nagelmykose) macht leider auch vor Schwangeren keinen Halt. Der gemeine Pilzerreger, der die Nägel nach und nach zerstört, ist hoch ansteckend. Daher ist es vor allem in der Schwangerschaft wichtig, auf die richtige Behandlung zu achten.

Im Folgenden erkläre ich Euch, wie es zur Infektion kommt und auf was man bei einer Behandlung während der Schwangerschaft achten sollte.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen für eine Nagelmykose in der Schwangerschaft

Nagelpilz wird durch Hautpilze ausgelöst. Diese sogenannten Dermatophyten (Fadenpilze) sind hauptsächlich für die Infektion verantwortlich.

Ein intaktes Immunsystem kann den Erreger im Normalfall abwehren.

Wenn jedoch eine Schwangerschaft vorliegt, findet eine hormonelle Änderung im Körper statt, die es dem Pilz leichter macht, sich in der oberen Haut der Füße und Nägel festzusetzen.

Auch das Immunsystem wird bei Schwangeren stärker belastet, da es zusätzlich das Kind schützen muss. Daher kann der Pilz leichter die Haut der Schwangeren befallen.

Wer an Schwangerschaftsdiabetes leidet, hat durch die verminderte Durchblutung der Beine und eine schlechtere Wundheilung ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Nagelpilz.

Schwangere Frauen sollten darauf achten, bequeme und passende Schuhe zu  tragen. So werden kleine Verletzungen an den Zehen und Nägeln vermieden.

Wenn es zu einer Wunde kommt, kann der Pilz hervorragend in die Haut und den Nagel eintreten und sich ausbreiten.

Nagelpilz in der Schwangerschaft behandeln

In einer Schwangerschaft versucht man erst so gut es geht auf die Einnahme von Arzneimitteln zu verzichten. Daher ist es umso wichtiger, die Nagelpilz-Behandlung so früh wie möglich zu beginnen.

Wenn sich der betroffene Nagel noch im Anfangsstadium der Infektion befindet, lässt er sich mit äußerlich anzuwendenden Medikamenten behandeln.

Es gibt verschiedene Präparate und Wirkstoffe. Die Therapie von Nagelpilz und die passenden Medikamente dazu sollte immer mit dem Arzt abgesprochen werden.

“Nagelpilz in der Schwangerschaft ist kein Fall für die Selbstmedikation. Bitte konsultiert immer Euren behandelnden Frauenarzt oder Hautarzt.”

Apothekerin Melissa mit schwarzem Blaser und weißem Hintergrund.

Melissa, Apothekerin

Wenn schon ein fortgeschrittenes Stadium erreicht ist, kann es sein, dass die Medikamente zur äußerlichen Anwendung nicht mehr ausreichen. Dann verschreibt der Arzt meist eine Kombinationstherapie mit Tabletten zum Einnehmen.

Vor allem in der Schwangerschaft muss immer gut darauf geachtet werden, welche Medikamente bei Nagelpilz verwendet werden dürfen. I

ch habe euch eine Übersicht zu den äußerlich und innerlich anzuwendenden Mitteln aus den jeweiligen Fachinformationen1 zusammengestellt.

Übersicht der Wirkstoffe zur äußerlichen Anwendung

Sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden, wenn ein Behandeln unbedingt erforderlich ist.

Der Gebrauch während der Schwangerschaft sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abschätzung erfolgen.

Die Anwendung von Bifonazol und Harnstoff während des 1. Trimenon der Schwangerschaft sollte vermieden werden.

In der Stillzeit sollte aus Vorsichtsgründen das Stillen während der Therapie unterbrochen werden.

Sollte nicht bei Schwangeren und stillenden Müttern angewendet werden.

Übersicht der Wirkstoffe für die innerliche Therapie

Apothekerin zeigt Tabletten gegen Nagelpilz
Der Arzt entscheidet über den Einsatz der Medikamente während der Schwangerschaft. (Quelle: megaflopp - stock.adobe.com)

Terbinafin 250 mg Tabletten

Während der Schwangerschaft nicht anwenden, außer die Erkrankung der Frau erfordert eine Behandlung mit oralem Terbinafin und der mögliche Nutzen für die Mutter überwiegt die potenziellen Risiken für das ungeborene Kind.

Vor allem wird von einer Verwendung in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft abgeraten.

Während einer Behandlung mit Terbinafin muss das Stillen ausgesetzt werden.

Fluconazol 50 mg/150 mg Hartkapseln

Darf in der Schwangerschaft nur bei eindeutiger Notwendigkeit in Standarddosen und als Kurzzeittherapie angewendet werden.

In der Stillzeit wird bei wiederholter Einnahme vom Stillen abgeraten.

Itraconazol 100 mg Hartkapseln

Darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, außer in lebensbedrohlichen Situationen.

Während einer Behandlung sollte nicht gestillt werden.

Arzt untersucht Fuß von Frau
Der Podologe kann die Therapie von Nagelpilz bei Schwangeren unterstützen. (Quelle: kasto – stock.adobe.com)

Eine weitere Behandlungsoption bietet das Thema medizinische Fußpflege. Der Podologe kann die überschüssige Nagelmasse mit den richtigen Instrumenten entfernen und so die Behandlung erleichtern.

Jedoch sollte die Therapie danach in Kombination mit dem Arzt fortgeführt werden.

Hausmittel in der Schwangerschaft

Es existieren einige Hausmittel, denen eine pilzabtötende Wirkung nachgesagt wird. Das Problem bei vielen dieser natürlichen Mittel ist, dass es keinerlei klinische Studien und Beweise für eine tatsächliche Wirkung gibt.

Schwangere und stillende Frauen sollten Hausmittel nicht verwenden, da einige sogar schädliche Wirkstoffe enthalten können.

Die beste Hilfe bietet immer der behandelnde Arzt und zusätzlich kann ein Podologe (medizinische Fußpflege) mit in die Behandlung eingebunden werden.

Wie kann man sich vor Nagelpilz in der Schwangerschaft schützen?

Die beste Methode sich vor Nagelpilz zu schützen ist, nicht barfuß an öffentlichen Orten zu gehen. In Schwimmbädern, Hotelzimmern, Umkleidekabinen oder Sporthallen sollten stets Schuhe oder Socken getragen werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, immer das eigene Nagelpflegeset zu verwenden und keine Kleidung oder Handtücher mit anderen Personen zu teilen.

Außerdem sollte die Wäsche bei mindestens 60 °C gewaschen werden, um eventuell vorhandene Pilzsporen abzutöten. Bei niedrigeren Temperaturen können Hygienespüler verwendet werden.

Die Informationen zu den Arzneimitteln sind sorgfältig recherchiert und aus den jeweiligen Fachinformationen entnommen. Es wird keine Haftung für Fehler der externen Quellen übernommen.

Die Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall die professionelle Behandlung durch einen Arzt ersetzen.

Autorin: Apothekerin Melissa Sörgel
Autorin: Apothekerin Melissa Sörgel

Mein Name ist Melissa und ich bin seit 2016 approbierte Apothekerin.

Von 2011-2015 habe ich Pharmazie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg studiert.

Danach habe ich mehrere Jahre in Apotheken gearbeitet und tausende Kunden beraten.

Meine Erfahrungen möchte ich gerne mit Euch teilen.

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Quellenverzeichnis:
  1. Arzneimittelinformationen für Deutschland, https://www.fachinfo.de

  2. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin, https://www.embryotox.de