Fußpilz bei Kindern, Kleinkindern und Babys

Zwei Füße eines Kindes, diese können auch von Fußpilz betroffen sein.
Nicht nur die Erwachsenen können sich mit Fußpilz anstecken. (Quelle: FeeLoona - pixabay.com)

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2020

Können Kinder auch Fußpilz haben?

Während hauptsächlich die Erwachsenen von Fußpilz betroffen sind, können die Pilze in seltenen Fällen auch die Haut der Kinder befallen.

Wenn Kinder betroffen sind, ist größere Vorsicht bei der Behandlung geboten.

Fußpilz ist eine weltweit verbreitete Infektion der Füße, vor allem verursacht durch den Hautpilzerreger Trichophyton rubrum.

Inhaltsverzeichnis

Wie erkennt man Fußpilz bei Kindern und welche Medikamente können angewendet werden?

Wie lässt sich eine Infektion der Kinder mit Fußpilz vermeiden?

Hier erfahrt Ihr es!

Ursachen und Risikofaktoren für Fußpilz bei Kindern

Die unschöne und lästige Infektion Tinea pedis wird häufig durch Fadenpilze (Dermatophyten) an der Haut der Füße ausgelöst. Ab und zu sind auch Schimmel- oder Hefepilze dafür verantwortlich.

In der Regel bilden ältere Leute, Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Personen mit schlechter Durchblutung die Risikogruppe, allerdings kann die Krankheit auch Kinder betreffen.

Die Erkrankung ist ansteckend und breitet sich vermehrt an Orten aus, an denen man barfuß läuft. Deshalb ist die richtige Behandlung von großer Bedeutung, um nicht noch weitere Personen anzustecken.

Besonders bei Kindern sollte darauf geachtet werden, dass man ihnen fürs Schwimmbad Badeschlappen mitgibt. Außerdem hilft es, die Kinder darauf aufmerksam zu machen, dass sie im Sportverein nicht barfuß in der Kabine herumlaufen.

Auch in öffentlichen Duschen sowie in den Umkleidekabinen herrscht ein ideales Überlebensklima für den Erreger und somit erhöhte Ansteckungsgefahr.

Großer Badebereich an einem Pool, dort besteht besonders hohe Ansteckungsgefahr für Fusspilz.
Immer Badeschlappen tragen, um einer Ansteckung vorzubeugen. (Quelle: Mariamichelle - pixabay.com)

Wenn Kinder ein geschwächtes Immunsystem haben, sind sie anfälliger, sich mit Fußpilz zu infizieren. Der Erreger kann durch Mikroverletzungen an den Füßen in die oberen Hautschichten eindringen. Dort setzt er sich fest und breitet sich langsam aus.

Das falsche Schuhwerk kann ebenfalls eine Fußpilzinfektion begünstigen. Das Tragen von zu engen, luftundurchlässigen Schuhen bietet dem Pilz die optimalen Wachstumsbedingungen: Feuchtigkeit und Wärme lässt die Pilze stark wachsen.

Wenn ein Familienmitglied an Fußpilz erkrankt ist, hat man zu Hause ein besonders hohes Risiko einer Ansteckung.

Menschen verlieren beim Gehen täglich unzählige Hautschuppen und die Pilzsporen können auf diesen ohne Weiteres Tage bis Wochen überleben.

Deshalb sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass jeder seine eigenen Handtücher verwendet, keine Kleidung geteilt wird und die Fußböden gut und regelmäßig desinfiziert werden.

Fußpilz muss unbedingt behandelt werden, da sich die Pilzsporen ansonsten auf weitere Areale der Haut ausbreiten und zusätzlich die Nägel befallen können.

Während eine Fußpilzinfektion nur einige Wochen behandelt werden muss, zieht sich eine Behandlung von Nagelpilz immer über Monate und kann sogar über ein Jahr dauern (hier klicken für mehr Informationen dazu).

Außerdem sind die Symptome von Nagelpilz deutlich unangenehmer und man kann im schlimmsten Fall seinen Nagel verlieren.

Fußpilz bei Kindern erkennen

Wenn die Erwachsenen merken, dass sich das eigene Kind ständig an den Füßen kratzt, besteht Handlungsbedarf. Der Juckreiz ist zu Beginn einer Infektion ein markantes Merkmal.

Fußpilz kann in verschiedenen Erscheinungsformen auftreten:

Die häufigste Form ist die interdigitale Form.

Meist beginnen die Symptome des Fußpilzes in den Zwischenräumen der Zehen, vor allem am kleinen Zeh. Die Haut beginnt sich oft zu schälen und zu jucken. Es kann im weiteren Verlauf zu einem Brennen kommen und die betroffenen Stellen können sich röten.

Neben den Symptomen, die man mit den Augen erkennt (z.B. Bläschen auf der Haut), kann sich durch die Infektion mit Fußpilz mit der Zeit auch ein unangenehmer Fußgeruch entwickeln.

Medikamente gegen Fußpilz für Kinder, Kleinkinder und Säuglinge

Füße eines Kleinkinds, das Kind wird von einem Erwachsenen in den Armen getragen.
Die Fußpilzbehandlung bei Kindern muss mit dem Arzt besprochen werden. (Quelle: fancycrave1 - pixabay.com)

Wenn sich das eigene Kind mit Fußpilz infiziert, sollte man schnellstens einen Arzt aufsuchen, am besten den behandelnden Kinderarzt.

Dieser entscheidet über die richtige Behandlung von Fußpilz beim Kind.

Durch den Einsatz von pilzabtötenden Cremes oder Lösungen kann man die Erkrankung in der Regel schnell in den Griff bekommen.

Da Kinder nicht die typische Risikogruppe darstellen kommt es jedoch häufig vor, dass die Infektion erst spät erkannt wird und diese Medikamente nicht mehr helfen.

„Der Arzt entscheidet, je nach Diagnose und Verlauf, über das passende Arzneimittel für die Behandlung der Kinder.

Ich habe Euch eine Übersicht der wichtigsten Informationen, ab welchem Alter die jeweiligen Mittel eingesetzt werden dürfen, aus den Fachinformationen der Medikamente erstellt.“

Apothekerin Melissa mit schwarzem Blaser und weißem Hintergrund.

Melissa, Apothekerin

Bei Kindern ist es besonders wichtig darauf zu achten, welche Arzneimittel ab dem wievielten Lebensjahr für welche Pilze zugelassen sind.

Allgemein kann man aber die Aussage treffen, dass die Infektion schneller geheilt werden kann, je früher mit dem Behandeln begonnen wird.

Im Folgenden habe ich Euch eine Liste mit Antimykotika (pilzabtötende Medikamente) für die äußerliche Anwendung auf der betroffenen Haut und den jeweiligen Altersbeschränkungen zusammengestellt.

Es gibt zahlreiche Arzneimittel, die für Babys und Kleinkinder geeignet sind.

Diese Medikamente dürfen bereits ab dem Säuglingsalter angewendet werden

Beschreibung: Mittel für Pilzerkrankungen, z.B. am Fuß.

Anwendung: 2-3x täglich auf die erkrankten Hautstellen dünn auftragen und einreiben.

Behandlungsdauer: 3 – 4 Wochen

Wirkstoff: Clotrimazol

Beschreibung: Creme dringt tief in die befallenen Hautschichten ein und tötet dort den Pilz ab. Zusätzlich wirkt sie entzündungshemmend.

Applikation: einmal täglich, am besten abends, einen ca. 1 cm langen Salbenstrang (für eine handtellergroße Fläche) auf die betroffene Stelle auftragen und einreiben.

Behandlungsdauer: 3 Wochen

Wirkstoff: Bifonazol

Beschreibung: Lösung mit leichter Handhabung durch Aufsprühen. Wirksam bei Fußpilz, Ringelflechte und anderen Formen von Hautpilz wie der Kleienpilzflechte.

Einsatz: 1-2x täglich mehrere Sprühstöße dünn auf die betroffenen und umgebenden Hautstellen auftragen. Der Sprühabstand sollte etwa 15 cm betragen.

Behandlungsdauer: 4 Wochen

Wirkstoff: Sertaconazol

Beschreibung: Gel gegen Pilzinfektionen

Anwendung: 1 cm Gel (für eine handtellergroße Stelle) 1x täglich, am besten abends vor dem Schlafengehen, auf die betroffenen Hautstellen dünn auftragen und einreiben.

Behandlungsdauer: 3 Wochen

Wirkstoff: Bifonazol

Beschreibung: Gel bei Pilzinfektionen der Haut verursacht durch die gängigen Erreger sowie Mischinfektionen mit Bakterien.

Anwendung: 1x täglich, am besten abends, auf die erkrankten Hautstellen dünn aufgetragen und einreiben.

Behandlungsdauer: noch 2 Wochen nach Abklingen der Symptome weiter anwenden

Wirkstoff: Naftifin

Dieses Medikament darf ab dem 5. Lebensjahr angewendet werden

Beschreibung: Wirkt gegen Fußpilz, Leistenpilz und Ringelflechte und pflegt gleichzeitig auch trockene, strapazierte Haut.

Durch die alkoholfreie Textur ist das Mittel besonders für gereizte Haut geeignet und stärkt die natürliche Schutzfunktion.

Applikation: einmal täglich anwenden.

Behandlungsdauer: Eine Woche bei Zehenzwischenräumen, 4 Wochen Fußsohle,- rücken

Wirkstoff:  Terbinafin

Dieses Medikament darf ab dem 6. Lebensjahr angewendet werden

Beschreibung: Creme, die gegen die meisten Hautpilzerreger wirkt.

Anwendung: Creme 2x/Tag einreiben. Am besten nach dem Duschen anwenden. 

Behandlungsdauer: 4 Wochen (2 Wochen nach Abklingen der Symptome weiterbehandeln)

Wirkstoff:  Ciclopirox

Weitere Informationen zu den einzelnen Medikamenten können der jeweiligen Packungsbeilage entnommen werden.

Wenn sich die Infektion schon so weit ausgebreitet hat, sodass eine äußerliche Behandlung nicht die ausreichende Wirkung erzielt, kann sich der Arzt auch für eine innerliche Behandlung mit Tabletten entscheiden.

Nachdem man den Kindern jedoch die Einnahme von Arzneimitteln ersparen möchte, hilft nur die rechtzeitige Behandlung des Fußpilzes, damit die äußerlichen Mittel ausreichen.

Zur innerlichen Behandlung kommen die Wirkstoffe Terbinafin, Fluconazol oder Itraconazol infrage, diese müssen vom Arzt verschrieben werden.

Fußpilz bei Kindern: Hausmittel sind beliebt

Gerade wenn es um die Kleinen geht, versuchen die Eltern erst auf alternative Heilmethoden zurückzugreifen, damit die Kinder vor den chemischen Wirkstoffen verschont bleiben.

Im Internet kann man eine lange Liste an Hausmitteln finden.

Viele schwören auf Teebaumöl, Knoblauch oder Naturjoghurt. Jedoch gibt es keine wissenschaftlich fundierten Studien, die eine ausreichende antimykotische (die Pilze abtötende) Wirkung von Hausmitteln belegen.

Einige wenige können höchstens begleitend zu einer Therapie mit Arzneimitteln eingesetzt werden.

Hausmittel gegen Pilzinfektion der Haut
Durch den alleinigen Einsatz von Hausmitteln wird die Fußpilztherapie unnötig in die Länge gezogen.(Quelle: PhotoSG – stock.adobe.com)

Der Erreger von Fußpilz kann nur bekämpft und besiegt werden, wenn Antimykotika angewendet werden. Zudem riskiert man durch den alleinigen Einsatz von Hausmitteln, dass die Behandlung unnötig in die Länge gezogen wird.

Fußpilz: Kinder können geschützt werden

Damit sich der Fußpilz gar nicht erst bei den Kindern einnistet, ist es wichtig, dass die Eltern einige Tipps im Alltag umsetzen:

Autorin: Apothekerin Melissa Sörgel
Autorin: Apothekerin Melissa Sörgel

Mein Name ist Melissa und ich bin seit 2016 approbierte Apothekerin.

Von 2011-2015 habe ich Pharmazie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg studiert.

Danach habe ich mehrere Jahre in Apotheken gearbeitet und tausende Kunden beraten.

Meine Erfahrungen möchte ich gerne mit Euch teilen.

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Quellenverzeichnis:

1. Mark D. Andrews, Marianthe Burns, Common tinea infections in children, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18533375/

2. Fay Crawford, Athlete’s foot, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18533375/

3. Arzneimittelinformationen für Deutschland, https://www.fachinfo.de/