Ursachen für Nagelpilz: So entsteht er!

Arzt untersucht Nagelpilz auf Ursachen
Die Ursachen für Nagelpilz können vielfältig sein. (Quelle: cunaplus – stock.adobe.com)

Zuletzt aktualisiert: 01. Oktober 2021

Was ist die häufigste Ursache für Nagelpilz?

Ist Nagelpilz ansteckend?

Wie kann ich einer Nagelpilzinfektion entgehen?

Hier erfahrt Ihr es.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung von Nagelpilz

Nagelpilz, auch Onychomykose genannt (Onycho = Nagel, Mykose = Pilzerkrankung), ist die häufigste Erkrankung der Nägel.

Er entsteht meistens durch eine Infektion mit Dermatophyten (Fadenpilze, v.a. Trichophyton rubrum), selten auch durch Hefe- oder Schimmelpilze.

Diese Pilze sind Parasiten, die sich vom Keratin unserer Haut und Nägel ernähren. Der Nagelpilz kann sowohl an den Füßen als auch an den Händen vorkommen. An sich ist Nagelpilz nicht gefährlich, insofern er rechtzeitig behandelt wird. 

In vielen Fällen entsteht der Nagelpilz am Nagel des großen Zehs. Er kann sich aber auch auf die umliegenden Zehen ausbreiten und mehrere Nägel befallen.

Der Fußnagelpilz wächst meist vom vorderen Rand des Nagelbetts bis in die Haut unterhalb der Nagelplatte (Hyponychium).

Von dort breitet er sich weiter in Richtung Nagelmatrix aus. Wie Nagelpilz genau aussieht, seht Ihr auf der Seite Nagelpilz Symptome. Dort habe ich Euch Bilder von infizierten Nägeln eingestellt.

Wie bereits erwähnt können sowohl die Nägel der Finger als auch der Füße befallen sein, allerdings sind Zehennägel viermal öfter betroffen als Fingernägel.

Das liegt daran, dass ein dunkles, feuchtes und warmes Milieu (wie es in vielen Schuhen vorkommt) das Wachstum der Pilze stark begünstigt.

Es bietet die idealen Lebensbedingungen für die Entstehung des Pilzes. Es gibt verschiedene Ursachen von Nagelpilz. Im nächsten Abschnitt möchte ich Euch die häufigsten aufzeigen.

Ist Nagelpilz ansteckend?

Nagelpilz ist eine ansteckende Erkrankung! Leidet eine Person an Onychomykose, kann sie auch andere Personen mit der Pilzinfektion anstecken. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Arten der Ansteckung:

Kontaktinfektion

Indirekte Schmierinfektion

Bei der Kontaktinfektion wird der Erreger von Nagelpilz über einen direkten Hautkontakt mit einer infizierten Person übertragen.

Anders bei der häufiger auftretenden indirekten Schmierinfektion: Hier wird der Erreger über gemeinsam genutzte Gegenstände wie Schuhe, aber auch Böden übermittelt.

Das ist möglich, da die Übertragung der Infektion über Hautschuppen geschieht, die jeder Mensch zahlreich verliert. Auf den Hautschuppen können die Pilzsporen Tage und Wochen überleben!

Barfuß laufen im Schwimmbad birgt eine große Ansteckungdsgefahr.
Vor allem öffentliche Einrichtungen, an denen barfuß gelaufen wird, sind ein möglicher Ort der Ansteckung. (Quelle: S.Kobold – stock.adobe.com)

Aus den oben genannten Gründen ist die Ansteckungsgefahr an Orten, an denen barfuß gelaufen wird, deutlich erhöht.

Allgemein sind öffentliche Einrichtungen, wie z.B. Schwimmbäder, gemeinsam genutzte Umkleideräume und Duschen potenzielle Ansteckungsorte.

Aber auch in Hotelzimmern ist Vorsicht vor Fußnagelpilz geboten. Um einer Ansteckung vorzubeugen ist das Tragen von Socken, Schlappen oder Badelatschen sehr empfehlenswert.1

Ist im eigenen Haushalt eine Person an Nagelpilz erkrankt, besteht auch hier eine hohe Gefahr der Ansteckung.

Verwendet man beispielsweise die gleichen Handtücher, kann man sich darüber infizieren. Das Gleiche gilt für die gemeinsame Verwendung von Nagelpflegesets z.B. Nagelscheren oder -feilen.

Risikofaktoren begünstigen eine Nagelpilzinfektion

Die Pilzsporen lauern an vielen Orten und suchen einen neuen Wirt. Wenn man mit dem Erreger in Kontakt kommt, ist ein gesundes Immunsystem häufig in der Lage den Krankheitserreger abzuwehren. Sind Haut und Nägel gesund und nicht verletzt, besteht ein sehr guter Schutz gegen Nagelpilz.

Jedoch gibt es bestimmte Risikofaktoren, die eine Erkrankung an Nagelpilz begünstigen:

Fortgeschrittenes Alter

Grunderkrankungen wie Psoriasis und Diabetes

Durchblutungsstörungen

Schwaches Immunsystem

Bestehende Fußpilzerkrankung

Mikroverletzungen durch Sport und enge Schuhe

Erhöhte Schweißbildung

Unsachgemäße Nagelpflege

Genetische Veranlagung und Fußfehlstellungen

1. Risikofaktor: Fortgeschrittenes Alter

In der Altersgruppe ab 65 Jahren ist eine Infektion der Nägel deutlich wahrscheinlicher. Fast jeder zweite dieser Gruppe ist von Nagelpilz betroffen. Ein Grund dafür ist eine altersbedingte, schlechtere Struktur der Nägel und des umliegenden Gewebes.

Zudem ist das Immunsystem häufig nicht mehr stark genug, weil ältere Leute oftmals an zahlreichen Erkrankungen leiden. Außerdem gibt es Medikamente, die eventuell eingenommen werden müssen, die die Immunabwehr unterdrücken.

Durch verkalkte Gefäße (Arteriosklerose) ist die Durchblutung der Gliedmaßen schlechter und macht ältere Menschen dadurch noch anfälliger für eine Infektion. Hinzu kommt meist auch noch eine schlechtere Beschaffenheit der Haut mit zunehmenden Alter.

 

Großeltern machen einen Spaziergang im Wald, im Hintergrund sind Kühe zu sehen.
Zunehmendes Alter erhöht das Risiko einer Pilzinfektion. (Quelle: Susanne Pälmer - pixabay.com)

Die Haut wird trockener, dünner und leidet öfters unter Rissen. Die Beschaffenheit der Nägel verschlechtert sich zunehmend. All diese Gründe führen zu einem deutlich erhöhten Risiko, an Nagelpilz zu erkranken.

2. Risikofaktor: Grunderkrankungen wie Psoriasis und Diabetes

Besonders anfällig an Nagelpilz zu erkranken sind Diabetiker. Hierfür lassen sich zwei Gründe anführen. Zum einen ist die Durchblutung oft schlechter und zum anderen ist die Immunabwehr eingeschränkt.

Zusätzlich wird der Fußnagelpilz bei Diabetikern oft erst spät festgestellt, da aufgrund von Nervenschädigungen schmerzende Symptome häufig nicht wahrgenommen werden. Diabetiker sollten ihre Füße regelmäßig kontrollieren oder von der Fußpflege untersuchen lassen, um eine Infektion schnellstmöglich zu behandeln.

Ebenso begünstigt Schuppenflechte die Entstehung von Onychomykose. Die entzündliche Hautkrankheit kann auch an den Nägeln auftreten und wird Nagelpsoriasis genannt. Durch die übermäßige Bildung von Hautzellen und Nagelgewebe inklusive der Entzündungen können ebenfalls Pilzinfektionen auftreten.

3. Risikofaktor: Bestehende Fußpilzerkrankung

Frau kratzt sich an den Füßen. Juckreiz ist ein sehr typisches Symptom für Tinea Pedis.
Ein Juckreiz oder Brennen zwischen den Zehen oder an den Fußsohlen kann ein Symptom für Fußpilz sein. (Quelle: kei907 – stock.adobe.com)

Eine unbehandelte Vorerkrankung an Fußpilz ist oftmals die Ursache einer Nagelpilzinfektion. In diesem Fall breitet sich der Pilz entlang der Zehen aus und infiziert schließlich die Fußnägel.

Deshalb sollte mit der Behandlung von Fußpilz unmittelbar nach der Diagnose vom Arzt gestartet werden, bevor sich daraus zusätzlich noch Nagelpilz entwickelt.

4. Risikofaktor: Schwaches Immunsystem

Bei den ersten beiden Risikofaktoren war jeweils auch die Rede vom Immunsystem. Die körpereigenen Abwehrmechanismen schützen den Körper vor Schadstoffen und Krankheitserregern. Der Körper wird tagtäglich mit Viren, Bakterien und eben auch Pilzen konfrontiert.

Aus diesem Grund sind Menschen, die unter einer Immunschwäche leiden besonders gefährdet, dass ein Pilz eindringt und Nagelpilz verursacht. Liegt eine HIV-Infektion vor, ist die Immunabwehr ebenfalls stark beeinträchtigt. Bestimmte Medikamente unterdrücken bewusst das Immunsystem, z.B. im Rahmen einer Krebstherapie oder einer Organtransplantation.

5. Risikofaktor: Durchblutungsstörungen

Sämtliche Krankheiten, die zu Durchblutungsstörungen führen, erhöhen das Risiko einer Pilzinfektion. Das liegt daran, dass die Füße und Hände schlechter mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen durchblutet und versorgt werden.

Rauchen zählt auch zu den Risikofaktoren, da  die Durchblutung beeinträchtigt und das Immunsystem geschwächt wird.

6. Risikofaktor: Mikroverletzungen durch Sport oder enge Schuhe

Die Haut spielt bei der Immunabwehr eine zentrale Rolle. Wenn die Haut an den Zehen und den Fingern gesund ist, können Keime schlecht in den Körper eintreten. Ist die Haut an den Füßen jedoch verletzt, hat der Pilz ein leichtes Spiel.

Frau langt sich an drückenden Schuh. Durch Mirkoverletzungen kann sich der Pilz leicht einnisten.
Zu enge Schuhe können zu Verletzungen führen. (Quelle: Tiko – stock.adobe.com)

Beim Sport kann es immer wieder zu diesen kleinen Verletzungen der Haut kommen. Laufsportler sind besonders gefährdet, da sich sowohl beim ungeübten Läufer als auch beim Langstreckenläufer häufig Blasen am Fuß an den Zehen bilden. Wenn die Blasen durch Reibung reißen, ist diese Körperstelle ein Einfallstor für Bakterien und Pilze.

Aber auch alle anderen Sportler oder Personen, die durch zu enge, nicht passende Schuhe Mikroverletzungen an den Füßen erleiden, sind gefährdet.

7. Risikofaktor: Erhöhte Schweißbildung

Nachdem die Pilze ein feucht-warmes Klima für ihr Wachstum benötigen ist eine erhöhte Schweißproduktion ein begünstigender Faktor. Manche Leute leiden unter einer unnatürlich starken Schweißbildung der Füße und sind deshalb in der Risikogruppe.

Werden beispielweise Arbeitsschuhe getragen, in denen wenig Luft an die Füße kommen, kann es zu einer dauerhaften, hohen Produktion von Schweiß kommen. Um dieses Risiko zu senken, empfehlen sich atmungsaktive Socken und Schuhe.

Durch sportliche Betätigung kommt es ebenfalls zu einer vermehrten Schweißbildung am Fuß im Schuh. Hier ist es ratsam, mehr als nur ein Paar Sportschuhe zu nutzen und diese nach dem Training richtig trocknen zu lassen und regelmäßig zu desinfizieren.

8. Risikofaktor: Unsachgemäße Nagelpflege

Wie bereits erwähnt ist eine gesunde Haut sehr wichtig für die Abwehr von Pilzen. Die Erreger, die Onychomykose verursachen, können durch kleine Wunden deutlich leichter in den Körper eindringen.

Person schneidet sich die Fingernägel. Bei der Nagelpflege ist Vorsicht geboten.
Häufig wird bei fehlerhafter Nagelpflege der Nagel verletzt. (Quelle: Monet – stock.adobe.com)

Die kleinen Verletzungen entstehen zum Beispiel, wenn bei der Nagelpflege zu viel vom Nagel abgeschnitten wird. In diesem Fall liegt das Nagelbett offen und frei für Eindringlinge. Das gleiche Problem besteht, wenn die Haut an den Zehen oder Fingern durch Nagelschere oder Nagelknipser verletzt wird.

Künstliche Nägel können das Risiko einer Nagelmykose erhöhen. Bei der Anbringung von Gelnägeln wird häufig zu viel vom Nagel weggefeilt, was wiederum eine Eintrittspforte für den Nagelpilz darstellt.

9. Risikofaktor: Genetische Veranlagung und Fußfehlstellungen

Die genetische Veranlagung kann auch eine Rolle beim Risiko einer Nagelpilzinfektion spielen.3 Das zeigen neuere Untersuchungen. Hierbei sind oft neben den Kindern auch Eltern und Großeltern von der Pilzerkrankung betroffen.

Durch Fußfehlstellungen kann der Druck auf die Fußnägel verstärkt werden, dies führt zu häufigeren Verletzungen der Haut und somit wiederum zu einer höheren Anfälligkeit für Nagelpilz.

Fazit: Ursachen der Nagelmykose

Es gibt viele verschiedene Ursachen für die Pilzerkrankung. Durch ein paar einfache Verhaltensregeln, kann man das Risiko einer Ansteckung erheblich reduzieren.

An Orten mit hoher Ansteckungsgefahr, wie z.B. im Schwimmbad oder Sammelumkleidekabinen sollten immer Badeschlappen getragen werden!

Atmungsaktive Socken und Schuhe tragen und diese nach Verwendung vollständig trocknen und gelegentlich desinfizieren. 

Ein gesunder, aktiver Lebensstil hilft das Immunsystem und die Durchblutung zu stärken, dadurch sind die körpereigenen Abwehrkräfte in der Lage den Pilz abzuwehren.

Falls es doch zu einer Ansteckung kommt, ist es sinnvoll, unmittelbar mit der Therapie zu starten.

Allgemeine Informationen zu Nagelpilz findet Ihr hier.

Autorin: Melissa Sörgel
Autorin: Melissa Sörgel

Mein Name ist Melissa und ich bin seit 2016 approbierte Apothekerin.

Von 2011-2015 habe ich Pharmazie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg studiert.

Danach habe ich mehrere Jahre in Apotheken gearbeitet und tausende Kunden beraten.

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Quellenverzeichnis: 

1. Dr. Joachim Krekel, Nagelpilz: Vorsicht, ansteckend!, https://www.jameda.de/gesundheit/haut-haare/nagelpilz-vorsicht-ansteckend/↩

2. LMU Klinikum München, Postoperative Komplikationen und Abstoßungsreaktionen, http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Transplantationszentrum/de/patienten/nierentransplantation/komplikationen/index.html↩

3. https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Bei-Nagelpilz-ist-oft-Kombitherapie-noetig-348973.html
↩