Wie entsteht Nagelpilz? Ursachen und Ansteckung

Arzt mit Lupe untersucht Fuß und Nagelpilz
Die Ursachen für Nagelpilz herauszufinden ist wichtig. (Quelle: cunaplus – stock.adobe.com)

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2020

Ich werde Euch im Folgenden erklären, wie Nagelpilz entsteht und was mögliche Ursachen sein können.

Entstehung von Nagelpilz

Nagelpilz, auch Onychomykose genannt (Onycho = Nagel, Mykose = Pilzerkrankung), ist die häufigste Erkrankung der Nägel. Er entsteht meistens durch eine Infektion mit Dermatophyten (Fadenpilze, v.a. Trichophyton rubrum), selten auch durch Hefe- oder Schimmelpilze.

Diese Pilze sind Parasiten, die sich vom Keratin unserer Haut und Nägel ernähren. Der Nagelpilz kann sowohl an den Füßen als auch an den Händen vorkommen. An sich ist Nagelpilz nicht gefährlich, insofern er rechtzeitig behandelt wird.

In vielen Fällen entsteht der Nagelpilz am Nagel des großen Zehs. Er kann sich aber auch auf die umliegenden Zehen ausbreiten und mehrere Nägel befallen. Der Fußnagelpilz wächst meist vom vorderen Rand des Nagelbetts bis in die Haut unterhalb der Nagelplatte (Hyponychium).

Von dort breitet er sich weiter in Richtung Nagelmatrix aus.

Wie Nagelpilz genau aussieht seht Ihr auf der Seite Nagelpilz Symptome. Dort habe ich Euch Bilder von infizierten Nägeln eingestellt.”

Apothekerin Melissa mit schwarzem Blazer und weißem Hintergrund.

Melissa, Apothekerin

Wie bereits erwähnt können sowohl die Nägel der Finger als auch der Füße befallen sein, allerdings sind Zehennägel viermal öfter betroffen als Fingernägel. Das liegt daran, dass ein dunkles, feuchtes und warmes Milieu (wie es in vielen Schuhen vorkommt) das Wachstum der Pilze stark begünstigt.

Es bietet die idealen Lebensbedingungen für die Entstehung des Pilzes. Es gibt verschiedene Ursachen von Nagelpilz. Im nächsten Abschnitt möchte ich Euch die häufigsten aufzeigen.

Ist Nagelpilz ansteckend?

Ja, leidet eine Person an Nagelpilz, kann sie auch andere Personen mit der Pilzinfektion anstecken. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Arten der Ansteckung:

  • Kontaktinfektion
  • Indirekte Schmierinfektion

Bei der Kontaktinfektion wird der Erreger von Nagelpilz über einen direkten Hautkontakt mit einer infizierten Person übertragen.

Anders bei der häufiger auftretenden indirekten Schmierinfektion: Hier wird der Erreger über gemeinsam genutzte Gegenstände wie Schuhe, aber auch Böden übermittelt. Das ist möglich, da die Übertragung der Infektion über Hautschuppen geschieht, die jeder Mensch zahlreich verliert. Auf den Hautschuppen können die Pilzporen Tage und Wochen überleben!

Barfuß laufen im Schwimmbad birgt eine große Ansteckungdsgefahr.
Vor allem öffentliche Einrichtungen, an denen barfuß gelaufen wird, sind ein möglicher Ort der Ansteckung. (Quelle: S.Kobold – stock.adobe.com)

Wo steckt man sich mit Nagelpilz an?

Aus den oben genannten Gründen ist die Ansteckungsgefahr an Orten, an denen barfuß gelaufen wird, deutlich erhöht. Allgemein sind öffentliche Einrichtungen, wie z.B. Schwimmbäder, gemeinsam genutzte Umkleideräume und Duschen potentielle Ansteckungsorte.

Aber auch in Hotelzimmern ist Vorsicht vor Fußnagelpilz geboten. Um einer Ansteckung vorzubeugen ist das Tragen von Socken, Schlappen oder Badelatschen sehr empfehlenswert.1

Ist im eigenen Haushalt eine Person an Nagelpilz erkrankt, besteht auch hier eine hohe Gefahr der Ansteckung. Verwendet man beispielsweise die gleichen Handtücher, kann man sich darüber infizieren. Das Gleiche gilt für die gemeinsame Verwendung von Nagelpflegesets z.B. Nagelscheren oder -feilen.

Frau kratzt sich an den Füßen. Juckreiz ist ein sehr typisches Symptom für Tinea Pedis.
Ein Juckreiz oder Brennen zwischen den Zehen oder an den Fußsohlen kann ein Symptom für Fußpilz sein. (Quelle: kei907 – stock.adobe.com)

Eine unbehandelte Vorerkrankung an Fußpilz ist oftmals die Ursache einer Nagelpilzinfektion. In diesem Fall breitet sich der Pilz entlang der Zehen aus und infiziert schließlich die Fußnägel.

Deshalb sollte mit der Behandlung von Fußpilz unmittelbar nach der Diagnose vom Arzt gestartet werden, bevor sich daraus zusätzlich noch Nagelpilz entwickelt. Die Erreger, die Onychomykose verursachen, können durch kleine Wunden deutlich leichter in den Körper eindringen.

Oftmals entstehen solche Mikroverletzungen bei der Nagelpflege indem man entweder zu viel vom Nagel wegschneidet oder aber die Haut beschädigt. Auch für Bakterien ist die verletzte Haut anfälliger.

Wenn man mit dem Nagelpilz in Kontakt kommt, wird er in vielen Fällen vom Immunsystem abgewehrt. Das trifft aber vor allem auf jüngere und vor allem gesunde Menschen zu, die eine starke Immunabwehr besitzen.

Wer ist besonders gefährdet an Nagelpilz zu erkranken?

Jeder kann sich mit Nagelpilz infizieren. Allerdings gibt es bestimmte Risikofaktoren, die eine Erkrankung an Nagelpilz begünstigen:

  • Alter: über 65 Jahre
  • Durchblutungsstörungen
  • Vermehrte Schweißbildung, z.B. beim Sport
  • Enges Schuhwerk
  • Diabetes
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Rauchen
  • Genetische Prädisposition

In der Altersgruppe ab 65 Jahren ist eine Infektion der Nägel deutlich wahrscheinlicher. Fast jeder Zweite dieser Gruppe ist von Nagelpilz betroffen. Ein Grund dafür ist eine altersbedingte, schlechtere Struktur der Nägel und des umliegenden Gewebes. Zudem ist das Immunsystem häufig nicht mehr stark genug, weil sie an zahlreichen Erkrankungen leiden.

Dazu kommen Medikamente, die eventuell eingenommen werden müssen, die die Abwehr absichtlich unterdrücken. Durch verkalkte Gefäße (Arteriosklerose) ist die Durchblutung schlechter und macht vor allem ältere Menschen dadurch noch anfälliger für eine Infektion.

Durch sportliche Betätigung kommt es zu einer vermehrten Schweißbildung am Fuß im Schuh. Die Wärme und Feuchtigkeit im Schuh verursachen ein hervorragendes Wachstumsklima für Pilzerreger.

Außerderm entsteht oftmals eine Druckbelastung auf die Zehen was wiederum die Anfälligkeit für eine Nagelpilzerkrankung erhöht. Das trifft vor allem auf Ausdauertraining und sämtliche Ballsportarten zu.

Frau langt sich an drückenden Schuh. Durch Mirkoverletzungen kann sich der Pilz leicht einnisten.
Zu enge Schuhe können zu Verletzungen am Fußnagel führen. (Quelle: Tiko – stock.adobe.com)

Auch das Tragen von zu engen Schuhen kann zu kleinen Verletzungen am Nagel/Nagelbett oder an der Haut führen und somit die Tür zu einer Infektion mit Pilzen öffnen.

Besonders anfällig an Nagelpilz zu erkranken sind Diabetiker. Hierfür lassen sich zwei Gründe anführen. Zum einen ist die Durchblutung oft schlechter und zum anderen ist die Immunabwehr eingeschränkt.

Zusätzlich wird der Fußnagelpilz bei Diabetikern oft erst spät festgestellt, da aufgrund von Nervenschädigungen schmerzende Symptome häufig nicht wahrgenommen werden. Diabetiker sollten ihre Füße regelmäßig kontrollieren oder von der Fußpflege untersuchen lassen, um eine Infektion schnellstmöglich zu behandeln.

Personen mit einem geschwächtem Immunsystem, z.B. durch eine HIV-Infektion oder im Rahmen einer Krebsbehandlung, haben nicht die nötig starke Abwehr. Daher kann es auch hier schnell zu einer Pilzinfektion des Nagelbetts kommen.

Rauchen bringt viele gesundheitliche Risiken mit sich. Unter anderem verursacht es Durchblutungsstörungen. Dadurch steigt das Risiko an Nagelpilz zu erkranken.

Die genetische Veranlagung kann auch eine Rolle beim Risiko einer Nagelpilzinfektion spielen. Das zeigen neuere Untersuchungen. Hierbei sind oft neben den Kindern auch Eltern und Großeltern von der Pilzerkrankung betroffen.2

Allgemeine Informationen zu Nagelpilz findet Ihr hier.

Melissa

Melissa

Melissa ist eine approbierte Apothekerin. Ihre praktische Erfahrung nutzt sie um Euch hier weiterzuhelfen.


Quellenverzeichnis:

1. Dr. Joachim Krekel, Nagelpilz: Vorsicht, ansteckend!, https://www.jameda.de/gesundheit/haut-haare/nagelpilz-vorsicht-ansteckend/

2. Dr. med. Utta Wentscher, Dr. med. Martin Waitz, Was ist eine Nagelpilzerkrankung? https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/haut-und-geschlechtskrankheiten/was-ist-eine-nagelpilzerkrankung-2017608