Warzen in der Schwangerschaft

schwangere Frau hält ihren bauch
Sind Warzen in der Schwangerschaft bedenklich? (Quelle: Daniel Reche - pixabay.com)

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2021

Was bedeutet es, wenn man eine Warze in der Schwangerschaft entdeckt?

Sind Warzen in der Schwangerschaft bedenklich? Sollten sie behandelt werden und wenn ja, welche Mittel sind geeignet?

Dadurch, dass eine Frau in der Schwangerschaft eine Hormonumstellung im Körper erfährt, ist das Immunsystem geschwächt und kann Warzenviren schlechter abwehren.

In diesem Artikel erkläre ich Euch, wie es zu einer Warzeninfektion in der Schwangerschaft kommt und auf was man bei einer Behandlung achten sollte.

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Die bereitgestellten Informationen ersetzen nicht die professionelle Beratung und Behandlung durch einen Arzt und dürfen nicht zur eigenen Diagnose verwendet werden.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Inhaltsverzeichnis

Warzen entfernen in der Schwangerschaft

Nachdem die meisten Warzen harmlose Hautwucherungen sind, muss man sich auch in der Schwangerschaft nicht gleich Sorgen machen.

Wer gewöhnliche Warzen auf seiner Haut entdeckt, kann innerhalb von ein bis zwei Jahren eine Spontanheilung erwarten.

Wenn es sich allerdings um schmerzende Dornwarzen am Fuß handelt oder Feigwarzen im Genitalbereich auftreten sollten, können die Wucherungen behandelt werden.

Wer eine Hautveränderung in der Schwangerschaft feststellt, sollte diese mit dem Arzt abklären.

Mit den Hautveränderungen sollten Schwangere immer ihren Frauenarzt oder Hautarzt um Rat fragen.

Es gibt verschiedene Mittel und Methoden, Warzen zu behandeln. Jedoch muss in der Schwangerschaft besonders vorsichtig gehandelt werden, denn nicht alle Behandlungsalternativen sind für Schwangere zugelassen.

Hornschicht lösen mit Milchsäure und/oder Salicylsäure

Eine Art zur Behandlung von Warzen in der Schwangerschaft ist die Lösung der gebildeten Hornschicht mittels Säure. Hierbei kommen Salicylsäure und Milchsäure zum Einsatz.

Die Säuren weichen das verhornte Gewebe auf, wodurch es nach und nach abgetragen werden kann.

Bei Schwangeren darf maximal eine Fläche von kleiner als 5 cm2 mit der hornlösenden Substanz behandelt werden. Wichtig ist auch, umliegende Haut mit einer fetthaltigen Salbe (z.B. Vaseline) zu schützen.

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Beschreibung: Lösung mit zwei Wirkstoffen für die Behandlung von gewöhnlichen Warzen an Händen und Füßen.

Die Salicylsäure ist zusätzlich antimikrobiell und entzündungshemmend.

Anwendung: Die Lösung 2-4x täglich über den Tag verteilt auf betroffene Hautschicht tropfen. Danach muss das Mittel antrocknen.

Vor erneutem Auftragen muss die vorhandene Lösung mit warmem Seifenwasser entfernt werden.

Wirkstoffe: Milchsäure, Salicylsäure

Das Präparat darf nach Absprache mit dem behandelnden Arzt in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden.

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Beschreibung: Das Guttaplast Pflaster gegen Warzen, Schwielen oder Hühneraugen enthält hoch konzentrierte Salicylsäure.

Anwendung: Vor dem Anbringen soll die Haut gereinigt und getrocknet werden. Anschließend wird ein Pflaster zurechtgeschnitten und auf die Warze aufgebracht.

Die umliegende Haut sollte mit einer Creme geschützt werden. Nach zwei Tagen soll das Pflaster getauscht werden. Nach insgesamt vier Tagen kann die Hornhaut entfernt werden.

Dieses Vorgehen kann wiederholt werden.

Wirkstoff: 60 % Salicylsäure

Warzen vereisen lassen

Neben der hornschichtlösenden Behandlungsart steht das Vereisen mittels flüssigen Stickstoffs zur Verfügung. Der Hautarzt führt diese Therapie durch.

Der flüssige Stickstoff vereist die Warze bis zur Wurzel, wodurch diese abstirbt.

Die Mittel, die verschreibungsfrei in Apotheken erhältlich sind und ein Vereisen von zu Hause aus ermöglichen, sind in der Schwangerschaft nicht zugelassen.

Verätzung der Warzen

Die herkömmlichen Verätzungspräparate sind für Schwangere und Stillende nicht geeignet. Lediglich der Arzt kann Warzen mittels Verätzung in der Schwangerschaft entfernen.

Operative Entfernung durch den Arzt

Als letzte Option steht dem Arzt die operative Entfernung der lästigen Hautwucherung zur Verfügung. Hierbei kann die Warze mit einem scharfen Löffel chirurgisch abgeschnitten werden. Außerdem kann der Arzt Warzen mittels Lasertherapie verdampfen und so entfernen.

Welche der verschiedenen Therapieoptionen geeignet ist, wird je nach Patient, Art und Lokalisation der Warze vom Arzt entschieden.

Ursachen für Warzen in der Schwangerschaft

Warzen sind sehr hartnäckige Hautwucherungen, die meist durch humane Papillomaviren (HPV) hervorgerufen werden.

Vor allem Dornwarzen oder Feigwarzen werden in der Schwangerschaft durch die ansteckenden Viren ausgelöst.

Für Dellwarzen in der Schwangerschaft ist das sogenannte Virus Molluscum contagiosum verantwortlich. Dieser Erreger gehört zur Gruppe der Pockenviren und ist genauso ansteckend wie HPV.

Wer in der Schwangerschaft an öffentlichen Orten barfuß läuft, riskiert eine Infektion mit den Warzenviren.

Durch die hormonelle Umstellung im Körper während der Schwangerschaft ist das Immunsystem nicht vollständig intakt und kann die Erreger dadurch nicht wie gewohnt abwehren.

So kann es schnell zu einer Infektion mit Viruswarzen kommen.

Frau im Schwimmbecken eines Schwimmbads
Im Schwimmbad kann man sich leicht mit Warzenviren anstecken. (Quelle: Free-Photos - pixabay.com)

Daher ist es wichtig, im Schwimmbad, in Hotelzimmern oder Umkleidekabinen immer mit Badeschuhen, Socken oder Schuhen zu gehen, um sich vor Erregern an infizierten Böden zu schützen.

Daneben kann die Infektion auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Wenn ein Familienmitglied Warzen hat, sollten Schwangere achtsam sein und direkten Hautkontakt vermeiden, um sich nicht anzustecken.

Neben den genannten Warzenarten gibt es auch Stielwarzen, sogenannte Fibrome, die in der Schwangerschaft zum Vorschein kommen können.

Diese harmlosen Hautveränderungen werden jedoch nicht durch Viren verursacht und sind auch nicht ansteckend.

Schwangerschaft: Warzenarten und ihre Auswirkungen

Was bedeutet es, wenn man Dornwarzen, Feigwarzen oder Stielwarzen in der Schwangerschaft ausbildet?

Normalerweise besteht kein Grund zur Sorge, denn die Hautveränderungen in der Schwangerschaft sind harmlos und in vielen Fällen bilden sich die Wucherungen nach ein bis zwei Jahren ohne Therapie von selbst zurück.

Trotzdem sollte jede Veränderung der Haut mit dem behandelnden Frauenarzt abgeklärt werden. Unter Umständen kann es sich auch um eine andere Erkrankung als Warzen handeln, die eine völlig unterschiedliche Therapie benötigt.

Dornwarze in der Fußmitte. Schwarzer Punkt ist zu sehen
Dornwarzen treten häufig am Fußballen oder an der Fußsohle auf und können Schmerzen verursachen.

Wer in der Schwangerschaft an einer Dornwarze leidet, die beim Gehen Schmerzen verursacht, sollte diese behandeln.

Dadurch, dass sich die Hornhautwucherung an der Fußsohle durch den Druck beim Gehen in immer tiefere Hautschichten drückt, trifft dieser Hornhautkeil letztendlich auf einen Nerv im Fuß.

Dadurch können unangenehme Schmerzen entstehen, die auch während der Schwangerschaft nicht zumutbar sind.

Bei Feigwarzen, die während der Schwangerschaft im Genitalbereich auftreten, sollte eine Behandlung mit dem Arzt abgeklärt werden.

Die Warzen werden ebenso wie Dornwarzen durch humane Papillomaviren ausgelöst und über Hautkontakt (v.a. beim Geschlechtsverkehr), aber auch in Saunen oder Schwimmbädern übertragen.

Selten kommt es zu den Symptomen Juckreiz und Brennen und durch kleine Risse kann Blut aus den Hautwucherungen austreten.

Virus als Symbol der Humanen Papillomaviren, die für Dornwarzen verantwortlich sind. Papi stop hilft gegen Warzen, wenn die Auslöser Viren sind.
Humane Papillomaviren sind für die Entstehung von Feigwarzen in der Schwangerschaft verantwortlich. (Quelle: PIRO4D - pixabay.com)

Das Virus kann bei der Geburt auf das Baby übertragen werden.

Eine Schwangerschaft erhöht das Risiko, Stielwarzen auszubilden. Da diese Art von Warzen jedoch nicht durch Viren hervorgerufen wird, ist sie nicht ansteckend. Außerdem sind Stielwarzen vollkommen harmlos.

Warum diese Warzenart entsteht, ist nicht bekannt. Man vermutet unter anderem eine genetische Veranlagung. Wer sich an den unschön aussehenden Hautveränderungen stört, kann sie auch in der Schwangerschaft von einem Hautarzt entfernen lassen.

Feigwarzen in der Schwangerschaft: Besteht eine Gefahr für das Kind?

Füße eines Kleinkinds, das Kind wird von einem Erwachsenen in den Armen getragen.
Die HP-Viren können bei der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden. (Quelle: fancycrave1 - pixabay.com)

Wer in der Schwangerschaft die gutartigen Feigwarzen ausbildet, kann diese etwa um die 34. Schwangerschaftswoche behandeln lassen.

Das humane Papillomavirus, das für die Warzen verantwortlich ist, ist zwar ungefährlich für das ungeborene Kind, jedoch können die Viren bei der Geburt auf das Baby übertragen werden.

Wenn sich das Kind mit dem Virus angesteckt hat, kann es unter Umständen zur krankhaften Veränderung Papillomatose kommen.

Diese Erkrankung ruft Gewebswucherungen im Bereich der Mund- und Nasenschleimhäute, sowie im Kehlkopf und den Stimmbändern hervor und muss dann ärztlich behandelt werden.

Dass es nach der Geburt tatsächlich zu diesen Gewebsveränderungen kommt, ist sehr selten.

Um das zu verhindern, kann man die lästigen Hautveränderungen von einem Arzt entfernen lassen. Wie die richtige Behandlungsmethode aussieht, entscheidet der Mediziner.

Je nach Anzahl, Größe und Lage der Warzen stehen verschiedene Arzneimittel, eine Vereisung mit Stickstoff oder eine operative Entfernung zur Auswahl.

Um das Risiko einer HPV-Infektion zu senken, hilft die HPV-Impfung. Diese schützt nicht nur vor den krebserregenden HPV-Typen, sondern auch vor den zwei Typen, die hauptsächlich für Genitalwarzen verantwortlich sind.

Autorin: Melissa Sörgel
Autorin: Melissa Sörgel

Mein Name ist Melissa und ich bin seit 2016 approbierte Apothekerin.

Von 2011-2015 habe ich Pharmazie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg studiert.

Danach habe ich mehrere Jahre in Apotheken gearbeitet und tausende Kunden beraten.

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Quellenverzeichnis: 

1. Frauenärzte im Netz, Feigwarzen um die 34. Schwangerschaftswoche behandeln lassen, https://www.frauenaerzte-im-netz.de/aktuelles/meldung/feigwarzen-um-die-34-schwangerschaftswoche-behandeln-lassen/

2. Dr. Sabine Werner, Bitte Geduld!, https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2014/daz-21-2014/bitte-geduld

3. Arzneimittelinformationen für Deutschland, Clabin plus Lösung, https://www.fachinfo.de/suche/fi/001022

4.Gebrauchsinformationen Guttaplast, https://www.guttaplast.de/assets/files/Packungsbeilage.pdf


Pflichtangaben:

Clabin plus Lösung
Wirkstoffe: Salicylsäure, Milchsäure
Anwendungsgebiete: Zur äußerlichen Behandlung von Warzen.
Warnhinweise: Das Präparat sollte nicht im Gesicht oder Genitalbereich angewendet werden. Nicht mit Augen und Schleimhäuten in Berührung bringen.

Guttaplast 1,39g wirkstoffhaltiges Pflaster
Wirkstoff: Salicylsäure
Anwendungsgebiete: Zur Entfernung von starken Verhornungen (Hyperkeratosen) z.B. Hühneraugen (Clavus), Schwielen (Kallus) oder Warzen (Verrucae).
Warnhinweis: Enthält Wollwachs (kann Butylhydroxytoluol enthalten).