Fußpilz erkennen: Symptome, Bilder und Ursachen

Zwei Füße einer Frau, sitzend auf dem Bett. Die Füße sind besonders gefährdet an einer Pilzinfektion (v.a. Fusspilz) zu erkranken.
Fußpilz ist eine unangenehme Erkrankung. (Quelle: Stavros – stock.adobe.com)

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2020

Auf dieser Seite möchte ich Euch aufzeigen, wie man Fußpilz erkennt. Zuerst werden die Ursachen und Risikofaktoren einer Fußpilzerkrankung geschildert. Anschließend erkläre ich Euch die typischen Symptome und zeige Euch Bilder zur Erkrankung.  

Inhaltsverzeichnis

Fußpilz (med.: Tinea Pedis) ist eine ansteckende Pilzerkrankung der Haut, die in den meisten Fällen durch Fadenpilze (sogenannte Dermatophyten) ausgelöst wird. In Deutschland leiden ca. 10 Millionen Menschen an Fußpilz.1

Die Infektion mit dem Hautpilz setzt sich meistens in den Zehenzwischenräumen oder an den Fußsohlen fest und kann sehr unangenehm werden, häufig von Juckreiz geprägt. Deshalb sollte man so schnell wie möglich mit einer Behandlung beginnen. Wer sich unsicher ist, sollte einen Arzt aufsuchen. Auf dieser Seite erfahrt Ihr, wie die Krankheit entsteht und woran Ihr Fußpilz identifizieren könnt.

Wie entsteht Fußpilz? Ursachen und Risikofaktoren

Wie entsteht Fußpilz überhaupt? Fußpilz wird meistens von Fadenpilzen (Dermatophyten) der Art Trichophyton rubrum ausgelöst. Erreger, die aber weit weniger häufig vorkommen, können auch Schimmelpilze oder Hefepilze sein.

Erregerarten von Fußpilz

  • Fadenpilze (Dermatophyten): Sie spalten das menschliche Keratin und ernähren sich von dieser Hornsubstanz. Sie verbreiten sich vor allem in Hornhaut, Haaren und Nägeln.
  • Hefepilze (Candida): Sie können kein Keratin spalten, können sich aber auf einer bereits bestehenden Pilzinfektion festsetzen.
  • Schimmelpilze (Ascomyceten, Zygomyceten): Sie bevorzugen feuchtes, warmes Milieu, wie es in Hautfalten, auf Schleimhäuten oder an den Zehen vorkommt. Sie können außerdem den innerlichen Organismus befallen (Mundsoor).

Pilze fühlen sich im Feuchten und Warmen am wohlsten. Deshalb sind die Füße so anfällig für eine Infektion. Normalerweise kann der Säureschutzmantel der Haut den Pilz abwehren und es kommt nicht zu einer Infektion. Wenn aber kleine Verletzungen, wie beispielsweise Risse in der Haut entstehen, kann der Pilz leicht in die obere Hautschicht eindringen.

Sehr häufig kommt Fußpilz zwischen den Zehen vor, da hier Haut auf Haut liegt und sich so leicht Feuchtigkeit bilden und halten kann. Durch das feuchte Milieu an den Füßen und Zehen kommt es zu einer leichten Quellung bzw. Aufweichung der Haut und das sorgt für die idealen Wachstumsbedingungen des Hautpilzes. In die aufgeweichte Haut kann er leicht eindringen und sich langsam ausbreiten.

 Risikofaktoren, die Fußpilz begünstigen

Es gibt gewisse Faktoren, die eine Entstehung von Fußpilz begünstigen. Generell kann man sagen, dass Menschen mit einer schwachen Durchblutung und Personen, die viel an den Füßen schwitzen, stärker gefährdet sind.

“Zu den Risikogruppen gehören besonders Raucher, Diabetiker, Menschen mit Durchblutungsstörungen und Bewegungsmangel.

Eine schlechte Durchblutung der Füße fördert die Entwicklung von Fußpilz.

Apothekerin Melissa mit schwarzem Blaser und weißem Hintergrund.

Melissa, Apothekerin

Aber auch Sportler sind häufig aufgrund der engen Sportschuhe, in denen viel geschwitzt wird, von einem Befall mit dem Pilz betroffen. Das gleiche gilt für Menschen, die beruflich bedingt luftundurchlässige Schuhe tragen müssen (zum Beispiel Stiefel oder Sicherheitsschuhe).

Fußfehlstellungen wie Senk-, Spreiz-, Plattfüße, Hammerzeh oder eine genetische Veranlagung spielen dem Fußpilz auch in die Karten. Männer sind häufiger betroffen als Frauen und bei älteren Menschen treten Infektionen leichter auf als bei jüngeren.

Fußpilz ist ansteckend. Die Ausbreitung der Pilze erfolgt, wie bei Nagelpilz, entweder über eine Kontaktinfektion durch infizierte Hautschuppen oder direkten Körperkontakt mit einer infizierten Person.

Menschen, die an Fußpilz erkrankt sind, verteilen den Krankheitserreger ungewollt über ihre Hautschuppen. Nachdem der Pilz längere Zeit auch ohne seinen Wirt überleben kann, lauert die Gefahr einer Ansteckung oft an öffentlichen Orten, an denen barfuß gelaufen wird.

Beispiele dafür sind Schwimmbäder, Hotelzimmer oder Umkleidekabinen. Hier ist die Vorbeugung einer Ansteckung wichtig. Anstatt barfuß zu gehen, sollte man Badeschlappen oder Socken zur Prävention tragen.

Außerdem kann eine Ansteckung auch über den direkten Hautkontakt geschehen. Wenn ein Familienmitglied die Pilzinfektion hat, kann dieser es leicht im Bett oder auf der Couch an jemanden aus der Familie weitergeben. Auch bei Kontaktsportarten wie z.B. Judo oder Kickboxen kann es durch direkten Hautkontakt zu einer Übertragung von Fußpilz kommen.

Wie sieht Fußpilz aus? Bilder und Symptome

Frau kratzt sich an den Füßen. Juckreiz ist ein sehr typisches Symptom für Tinea Pedis.
Ein Juckreiz oder Brennen zwischen den Zehen oder an den Fußsohlen kann ein Symptom für Fußpilz sein. (Quelle: kei907 – stock.adobe.com)

Die Symptome von Fußpilz sind unterschiedlich. Ein erstes Anzeichen ist oft ein juckender Hautausschlag in den Zwischenräumen der Zehen oder an der Fußsohle. Die Infektion kann sich aber auch auf die Zehen und den Fußrücken ausbreiten. Am Anfang bemerkt man den Pilzbefall häufig nicht, aber je tiefer der Pilz dann in die Haut eindringt, desto stärker werden die Beschwerden.

Die Haut nässt, reißt ein und schält sich. Es kann außerdem zu Fußpilzbläschen auf der Haut kommen. Die befallenen Stellen sind gerötet und wenn die Haut Kontakt mit Seife hat, kann es zu einem Brennen kommen.2

Wenn nicht behandelt wird, lösen sich immer größere Hautpartien ab. Oftmals kann sich zusätzlich auch ein unangenehmer Geruch am Fuß entwickeln. Deshalb ist eine frühe Behandlung der Infektion wichtig.

Es gibt aber auch die trockene und verhornte Form der Pilze. Das Problem hierbei ist, dass man es erstmal erkennen muss. Pilzinfektionen werden oft mit trockener Hornhaut verwechselt und lange nicht behandelt. Wer sehr trockene Haut hat, die unter Umständen auch Risse aufzeigt, kann sie von einem Arzt untersuchen lassen. Der Mediziner kann durch eine spezielle Untersuchung eine exakte Diagnose stellen.

Bilder von Fußpilz – Einteilung der Symptome

Fußpilz erkennt man an verschiedenen Symptomen und Ausprägungen. Auf der linken Seite sieht man die Bläschen in den Zehenzwischenräumen (interdigitale Form), in der Mitte an der Ferse (Squamös-hyperkeratotische Form) und rechts ist ein Bild mit Bläschen an der Fußaußenseite (dyshidrotische Form).
Verschiedene Symptome von Fußpilz zwischen den Zehen, an der Ferse und an der Fußaußenseite. (Quelle: hiro – stock.adobe.com)

Links auf dem ersten Bild sieht man den Fußpilz zwischen den Zehen, die sogenannte interdigitale Form. Diesen Typ kann man schon im Anfangsstadium leicht durch ein Jucken oder Brennen erkennen. Außerdem sind die Zehenzwischenräume gerötet, die Haut oft aufgequollen und teilweise schon eingerissen.

Das mittlere Bild zeigt die squamös-hyperkeratotische Form der Pilzinfektion. Symptomatisch ist eine trockene und schuppige Haut im Bereich Fußsohle, oftmals an der Ferse. Außerdem können der Rand der Füße und die Spitzen der Zehen befallen sein. Bei diesem Krankheitstyp ist es schwierig, die Symptome richtig zu deuten. Trockene Haut an den Füßen wird oftmals ignoriert.

Die dyshidrotische Form von Fußpilz ist auf dem rechten Bild erkennbar. Typisch für diese Art sind kleine juckende Bläschen, die als rote Punkte wahrgenommen werden. Diese Bläschen treten häufig im Fußgewölbe oder der Außenseite des Fußes auf.

Verschiedene Formen von Fußpilz:

  • Interdigital: Trockene, schuppende, gequollene Haut
  • Squamös-hyperkeratotisch: Vor allem Fußränder, Zehenspitzen und Fersen sind befallen
  • Dyshidrotisch: Juckende Bläschen vor allem im Fußgewölbe
  • Mokassin: Meistens trockene, schuppende, weiß oder leicht gerötete Haut an den Fußsohlen in Form eines Mokassins
  • Oligosymptomatisch: leichte Rötung der Zehenzwischenräume, Schuppung an Fersen und Fußkanten, häufig in Begleitung mit Nagelpilz1
Häufig kommt der Fusspilz zwischen den Zehen vor.
Fußpilz in den Zehenzwischenräumen sollte schnell mit der richtigen Behandlung bekämpft werden.(Quelle: icefantasy - shutterstock.com)

Auf keinen Fall soll man die Bläschen an den Füßen aufstechen, da es so zu einem Eintrittstor für weitere Keime wie Bakterien oder Viren kommen kann! Entweder die kleinen Blasen öffnen sich von selbst, oder trocknen ein.

Damit es erst gar nicht zu einer Bläschenbildung kommt, sollte man bei den ersten Symptomen von Fußpilz keine Zeit verschwenden und schnellstmöglich mit pilzabtötenden Medikamenten (Antimykotika) behandeln.

Die Behandlung dauert in der Regel zwischen 4 und 6 Wochen. Neben Sprays, Cremes und Pudern gibt es auch eine Lösung zum Auftragen, die eine einmalige Behandlung der Pilze verspricht.

 

Was passiert, wenn man Fußpilz nicht behandelt?

Wer Fußpilz nicht rechtzeitig behandelt, riskiert eine Infektion der Nägel. Der Pilz wandert am Fuß entlang zu den Zehen und befällt dort mit der Zeit die Fußnägel und es entsteht Nagelpilz. Da eine Behandlung, der mit einem Pilz befallenen Nägel, deutlich langwieriger und mühsamer ist, sollte man dieses Szenario am besten vermeiden.

Bei Nagelpilz verfärben sich die Nägel am Anfang weiß bis gelb oder bräunlich. Im weiteren Verlauf verdickt und verformt sich die Nagelplatte und unbehandelt kann sich der Nagel vom Nagelbett abheben und das führt zum Verlust des Nagels. Deshalb sollte ein diagnostizierter Fußpilz möglichst schnell therapiert werden, damit es nicht so weit kommt.

Eine weitere Folge der Nichtbehandlung ist, dass die infizierten Hautschüppchen auf dem Körper verteilt werden. So kann sich der Pilz auch noch an weiteren Stellen ansiedeln. Diese Selbstansteckung bzw. Verschleppung des Erregers wird medizinisch auch Autoinokulation genannt.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Wer sich nicht sicher ist, ob er mit Fußpilz infiziert ist, sollte einen Arzt kontaktieren. Der Hautarzt (Dermatologe) nimmt im Normalfall eine Hautprobe und untersucht sie. Außerdem ist eine Rücksprache mit einem Mediziner sinnvoll, wenn sich der Heilungsverlauf ungewönhlich in die Länge zieht.

So kann eine exakte Diagnose gestellt werden. Wenn die Erkrankung fortgeschritten ist, kann es sein, dass der Arzt verschreibungspflichtige Medikamente zur Behandlung verschreibt.

Wie Ihr Fußpilz am besten therapieren könnt, was es für verschiedene Optionen für die Behandlung gibt und auf was Ihr achten müsst, erfahrt Ihr auf der Seite Fußpilz behandeln.

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Melissa

Melissa

Melissa ist eine approbierte Apothekerin. Ihre praktische Erfahrung nutzt sie um Euch hier weiterzuhelfen.


Quellenverzeichnis:

1. Dr. med. Peter Altmeyer, Tinea Pedis,  https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/tinea-pedis-ubersicht-3968

2. Frank Antwerpes, Tinea pedis, https://flexikon.doccheck.com/de/Tinea_pedis

3. Blaithin MoriartyRoderick HayRachael Morris-Jones, The Diagnosis and Management of Tinea aufgerufen: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22782730/