Was hilft wirklich gegen Schweißfüße?

Was hilft wirklich gegen Schweißfüße?
Schweißfüße sind ein weit verbreitetes, sehr unangenehmes Problem. (Quelle: Prostock-studio - stock.adobe.com)
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Stinkende Füße, verursacht durch eine übermäßige Schweißproduktion, sind nicht nur für den Betroffenen unangenehm. Dabei ist Schwitzen ein natürlicher, lebenswichtiger Prozess des Körpers. Wenn die Körpertemperatur steigt versucht sich der Körper durch seinen gebildeten Schweiß, der auf der Haut verdunstet, zu kühlen.

Aber wie kann es dann sein, dass unsere Füße so stark schwitzen und dabei den unangenehmen Fußgeruch verursachen? Und was hilft wirklich gegen Schweißfüße?

Inhaltsverzeichnis

In diesem Artikel werden die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt. Außerdem erhaltet Ihr meine Empfehlung für das beste und wirkungsvollste Produkt gegen die schwitzenden Füße. Am Schluss erfahrt Ihr noch ein paar allgemeine Tipps gegen Fußschweiß!

Was sind die Ursachen für Schweißfüße?

Zunächst möchte ich Euch erklären, warum der Körper überhaupt schwitzt. Im Allgemeinen werden zwei Arten des Schwitzens unterschieden1:

Es gibt nur wenige Lebewesen, die thermoregulatorisch bedingt schwitzen können. Außer den Menschen können das beispielsweise Affen oder Pferde. Die Schweißdrüsen werden über das sympathische Nervensystem im Gehirn gesteuert.

Wenn man beispielsweise Sport treibt oder länger in der Sonne liegt, steigt die Körperkerntemperatur und regt somit die Schweißbildung an. Der Körper versucht den Sollwert der Körpertemperatur konstant bei 37°C zu halten.

Daher kommt auch das Zittern im Winter bei Kälte, wenn die Temperatur im Körper zu niedrig ist. Durch die Kontraktion der Muskeln entsteht Wärme und die Temperatur wird erhöht.

 

Schweiß wird durch den Körper produziert, wenn die Körpertemperatur steigt. So kann es auch zu übermäßigem Fußsschweiß kommen.
Die Schweißproduktion dient der Regulierung der Körpertemperatur. (Quelle: geralt - pixabay.com)

Wenn die Regulierung allerdings nicht richtig funktioniert, kann es sein, dass der Körper übermäßig viel Fußschweiß produziert und dadurch Schweißfüße entstehen.

Von einer Dysfunktion spricht man dann, wenn die abgesonderte Flüssigkeitsmenge über 50 mg/min liegt. Dabei kann es zu einer derart hohen Schweißproduktion an den Füßen kommen, dass die Socken und Schuhe durchnässt werden und die Füße mit der Zeit anfangen zu stinken.

Bei emotional bedingtem Schwitzen gibt der Körper eine Antwort auf besonders emotionale Situationen wie Stress oder Angst. Die Schweißdrüsen, die hier angeregt werden, sitzen im Gesicht, in den Achseln, auf den Handflächen und den Fußsohlen.

Daneben gibt es aber auch die unnatürlich starke Schweißbildung. Bei dieser Form sind vor allem Füße (med.: Hyperidrosis pedis bzw. Hyperhidrosis plantaris), aber auch Hände (med.: Hyperhidrosis palmaris) oder Achselhöhlen (med.: Hyperhidrosis axillaris) betroffen.

Alle Formen sind unangenehm und können das soziale Leben beeinträchtigen und Betroffene psychisch sehr belasten. Sind die Füße dann auch noch den ganzen Tag in Socken und Schuhen eingesperrt, kann sich das Problem noch verschlimmern.

Weitere Gründe für übermäßiges Schwitzen bei Menschen:

Was sind die Folgen von Schweißfüßen?

Wer stark an den Füßen schwitzt, kann schnell Stinkefüße entwickeln. Der Fußschweiß besteht hauptsächlich aus Wasser und Kochsalz und riecht nach nichts. Wenn dann aber Bakterien mit ins Spiel kommen, die den Schweiß zersetzen, entsteht Buttersäure und diese verursacht einen unangenehmen Fußgeruch.

Insbesondere durch geschlossene, luftundurchlässige Schuhe kann die Feuchtigkeit nicht verdunsten. Das verstärkt den Fußgeruch zusätzlich! Auch das Tragen von synthetischen Socken kann den unangenehmen Geruch von Schweißfüßen verstärken.

Neben dem strengen Geruch der Käsefüße können durch den Fußschweiß auch Risse in der Haut entstehen. Diese erleichtern es anderen Erregern, wie beispielsweise dem Fußpilz, einzudringen. Auch andere Bakterien oder Viren (z.B. Warzen) können in der aufgequollenen Haut besonders leicht Infektionen auslösen.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Füße in den Schuhen ihren Halt beim Laufen verlieren. Dies liegt daran, dass die Reibung durch den Fußschweiß genommen wird und man so in seinen eigenen Schuhen „hin und her rutscht“. So können sich die Füße wundlaufen und Blasen bilden. Das kann zusammen mit den oben genannten Problemen den Alltag zusätzlich stark beeinträchtigen.

Was tun gegen Schweißfüße?

Ich stelle euch im Folgenden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten gegen Schweißfüße vor:

Äußerlich anzuwendende Präparate gegen schwitzende Füße

Es gibt zahlreiche Mittel gegen Schweißfüße, die sich hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe und dem Auftragen unterscheiden.

Meine Empfehlung für Euch mit der besten Wirksamkeit: Kombination der zwei SweatStop-Produkte!

“Am besten wendet Ihr die beiden Mittel zusammen an. Das SweatStop Forte Max Spray am Abend und den SweatStop Powder Stick Fußpuderstift morgens. Eine Kombination aus beiden Produkten bietet einen 24h Schutz vor übermäßigem Schwitzen.”

Apothekerin Melissa

Melissa, Apothekerin

Beschreibung: Fußspray schützt vor Schweißbildung und unangenehmer Geruchsbildung. Die Wirkung hält mehrere Tage an.

Wirkstoffe: Aluminiumchlorid*, Campher

Anwendung: Vor dem Schlafengehen einen Sprühstoß auf
die trockenen, betroffenen Hautpartien aufsprühen. Anwendung alle 2-3
Tage wiederholen.

Beschreibung: Fußpuder hält Füße trocken und vermeidet Fußgeruch.

Wirkstoffe: Zimt, Menthol

Anwendung: Morgens oder bei Bedarf auf die Fußsohlen auftragen.

Beschreibung: Cremelotion die zur Schweißreduzierung und trockenen, geruchsfreien Füßen führt. Einer Austrocknung und Versprödung wird entgegengewirkt. Schützt auch vor Fuß- und Nagelpilz und wirkt gegen Juckreiz.

Applikation: 2x täglich auf die betroffenen Hautstellen auftragen

Wirkstoffe: Aloe Vera, Aluminiumchorhydrat*, Avocadoöl, Glycerin

Beschreibung: Schweißhemmende Salbenpaste, die die Schweißabsonderung an den Füßen normalisiert.

Anwendung: Am Anfang 1-2x täglich auf betroffene Hautstellen gleichmäßig dünn auftragen. Nach einigen Tagen kann der Zeitabstand der Anwendung vergrößert werden, da die Schweißabsonderung nachlässt.

Wirkstoffe: Methenamin (wirkt abtrocknend auf die Haut, wenn zu viel Schweiß produziert wird)

Beschreibung: Kombination der Inhaltsstoffe hält Füße trocken, geschmeidig und geruchlos. Schützt gleichzeitig vor Fuß- und Nagelpilz.

Applikation: Puder direkt auf Fußsohlen und Zehenzwischenräume geben. Kann auch in Strümpfe gestreut werden.

Wirkstoffe: Campher, Eucalyptusöl, Latschenkiefernöl, Rosmarinöl, Zinkoxid

Beschreibung: Frische-Spray wird oft gegen Schweißfüße eingesetzt. Es hat einen sanften Kühl-Effekt, beseitigt lästigen Fußgeruch und sorgt für ein frisches Fußklima. Die Inhaltsstoffe wirken gezielt gegen Geruchskeime.

Anwendung: Nach Bedarf auf die Fußhaut auftragen

Wirkstoffe: Teebaumöl, Levomenthol

*Zu Aluminium:

Durch das Aluminium ziehen sich die Schweißkanäle zusammen und verschließen sich, sodass die Schweißbildung unterdrückt wird. Wenn diese Behandlung konsequent durchgeführt wird, bilden sich die Drüsen mit der Zeit dauerhaft zurück.

Es kursieren viele Informationen darüber, dass Aluminium gesundheitsschädlich für das Nervensystem ist. Das stimmt ab einer bestimmten Menge und neben Kosmetika wird es auch aus Lebensmitteln vom Körper aufgenommen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt,
die eigene Aufnahmemenge vorsichtshalber grob zu überwachen.2

Leitungswasser-Iontophorese gegen Schweißfüße

Zusätzlich zu den äußerlich anzuwendenden Präparaten, die in der Apotheke oder Drogerie gekauft werden können, gibt es Behandlungsmethoden gegen Schweißfüße, die der Arzt durchführt.

Die Leitungswasser-Iontophorese kann bei übermäßigem Fußschweiß helfen und ist sehr nebenwirkungsarm. Hände und Füße werden dazu entweder mit feuchten Elektroden versehen oder in ein Wasserbad getaucht.

Dann werden sie 20 bis 30 Minuten mit kontinuierlichem Gleichstrom behandelt. Diese Behandlungsart wirkt bei 81 % der Patienten1 ist jedoch sehr zeitaufwendig, da sie anfangs mindestens 3x wöchentlich stattfinden muss.

 

Ist diese Therapie erfolgreich kann es durchaus Sinn ergeben, sich solch ein Gerät (z.B. Saalio Iontophoresegerät) für zu Hause anzuschaffen. Die Kosten werden in vielen Fällen teilweise oder komplett von der Krankenkasse übernommen.

Ist eine Botox-Injektion hilfreich?

Botox kann gegen schwitzende Käsefüße eingesetzt werden.
Botox kann bei der Behandlung von schwitzenden Füßen eingesetzt werden. (Quelle: qimono - pixabay.com)

Eine weitere Therapieoption von Schweißfüßen ist die Injektion von Botulinumtoxin (auch als Botox bekannt), bei der die Nervenleitungen zu den Schweißdrüsen blockiert werden. Somit wird die Schweißbildung verringert.

Die Wirkung dieses „Nervengiftes“ hält 4-7 Monate an. Nachteile der Behandlung sind insbesondere die hohen Kosten und dass mehrere Injektionen nötig sind, die auch schmerzhaft sein können.

Operativer Eingriff als letzte Chance bei Schweißfüßen

Lumbale Sympathikolyse: Einsetzen eines lang wirksamen Betäubungsmittels in das betroffene Nervengeflecht. Wirkung hält ca. 1 Jahr.

Sympathektomie: Nerven werden entlang des entsprechenden Wirbelsäulenabschnittes durchtrennt. Sehr risikoreich, nur noch in Ausnahmefällen.3

Helfen Hausmittel gegen Schweißfüße?

Um die Bakterien, die den üblen Geruch von Käsefüßen verursachen, zu bekämpfen, kann man diverse Hausmittel als Fußbadezusatz verwenden. Auch die übermäßige Produktion von Schweiß an den Füßen kann teilweise durch die Hausmittel bekämpft werden. Das wichtigste dabei ist, die Füße nicht zu lange (maximal 5 Minuten) und nicht zu heiß zu baden.

Hausmittel #1: Natron

Natron steigert den pH-Wert der Haut, sodass sie basischer ist. Bakterien mögen ein neutrales Milieu und so wird ihnen der Nährboden entzogen. Dosierung: 2 EL Natron in 2 L Wasser

Hausmittel #2: Essig

Essig ist der Klassiker unter den Hausmitteln gegen Schweißfüße. Auch hier gilt durch den veränderten pH-Wert, in diesem Fall ins Saure, dass die Bakterien zerstört werden. Dosierung: 1/3 Essig in 2/3 Wasser

Hausmittel #3: Lavendelöl

Lavendelöl kann gegen Schweißfüße helfen
Hausmittel können bei der Behandlung von Fußsschweiß eingesetzt werden. (Quelle: Hans - pixabay.com)

Das ätherische Öl hat antibakterielle Eigenschaften und gibt den Füßen zudem einen angenehmen, frischen Geruch. Dosierung: 5-10 Tropfen in 2L Wasser

Hausmittel #4: Salbei

Salbei ist ein bekanntes Hausmittel gegen Schweißfüße, denn es ist nicht nur antibakteriell und entzündungshemmend, sondern kann die übermäßige Schweißproduktion hemmen. Auch hier sind Gerbstoffe aber auch Monoterpene (Hauptbestandteil von ätherischen Ölen) dafür verantwortlich.

Man kann ein Fußbad nehmen, den Tee aber auch trinken. Dosierung für das Fußbad: 5 Teebeutel in 2 L kochendes Wasser, danach abkühlen lassen. Tee zum Trinken: 1 Teebeutel auf eine Tasse mit sprudelnd kochendem Wasser übergießen, 3x täglich 1 Tasse trinken.

Hausmittel #5: Grüner oder schwarzer Tee

Die Gerbstoffe in den Teesorten helfen natürlich und sorgen dafür, dass sich die Poren zusammenziehen und somit die Schweißproduktion vermindert ist. Dosierung: 5 Teebeutel in 2L kochendes Wasser geben und anschließend Teewasser abkühlen lassen. Danach Füße darin baden.

Was kann man noch bei schwitzenden Füßen tun? 10 Tipps!

Barfuß laufen hilft gegen Fußschweiß
Barfußlaufen hilft! (Quelle: pexels - pixabay.com)
Autorin: Melissa
Autorin: Melissa

Melissa ist eine approbierte Apothekerin. Ihre praktische Erfahrung nutzt sie, um Euch hier weiterzuhelfen.

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Quellenverzeichnis:

1. Tanja Schlereth, Hyperhidrose- Ursachen und Therapie von übermäßigem Schwitzen, https://www.aerzteblatt.de/archiv/63004/Hyperhidrose-Ursachen-und-Therapie-von-uebermaessigem-Schwitzen↩ 

2. https://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-aluminium-in-lebensmitteln-und-verbrauchernahen-produkten.pdf aufgerufen auf https://www.bfr.bund.de/

3. Anke Hörster, Hyperhidrose: Nassgeschwitzt und verzweifelt, https://www.doccheck.com/de/detail/articles/22489-hyperhidrose-nassgeschwitzt-und-verzweifelt?utm_source=Facebook%20DocCheck%20News&utm_medium=urlshortener&utm_campaign=Hyperhydrose:%20Nassgeschwitzt%20und%20verzweifelt&fbclid=IwAR2fC2UYY9jeI7mgXqHQc9qk5Dt2A6zGCb-Yn3tLkZF5znLudPHzle1uIv0

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