Hautpilz – Risikofaktoren, typische Symptome und wie man ihn behandeln kann

Arzt hält ein Schild mit der Diagnose Hautpilz in der Hand!
Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Hautpilz. (Quelle: Coloures-Pic – stock.adobe.com)

Zuletzt aktualisiert: 04. Juli 2020

Hautpilz, medizinisch auch Dermatomykose genannt, ist eine Infektion der Haut mit einem Pilzerreger. Es können zusätzlich auch Haare oder Nägel mit dem Pilz befallen sein. Pilze mögen es am liebsten im Feuchten und Warmen, deshalb nistet sich der Hautpilz häufig unter der Brust der Frau, in diversen Hautfalten oder in den Achselhöhlen ein.

Dort liegt Haut auf Haut und es bilden sich leicht Wärme und Schweiß. Auch die Füße sind besonders anfällig für Pilze, weil sie oft feucht in engen, luftundurchlässigen Schuhen gefangen sind. Dadurch kann sich leicht ein Fußpilz entwickeln.

Inhaltsverzeichnis

Wer die lästige, juckende Erkrankung schnell wieder loswerden möchte, sollte konsequent und zügig mit der Behandlung beginnen. Im Folgenden erkläre ich Euch alle wichtigen Informationen rund um Hautpilz:

Wie entsteht der Pilz, was sind typische Symptome, wie behandelt man den Hautpilz am besten und was kann man vorbeugend tun?

Was sind die Ursachen von Hautpilz?

Es gibt viele verschiedene Erregerarten, aber als Ursachen für Hautpilz spielen drei Arten die größte Rolle:

  • Tinea
  • Candida albicans
  • Malassezia furfur

Bei Tinea handelt es sich um eine Infektion, die von Dermatophyten (Fadenpilze) ausgelöst wird. Diese Art von Hautpilzerkrankung wird in der Fachsprache „Dermatophytose“ genannt. Die Haupterregerarten der Dermatophyten sind Trichophyton, Mikrosporum und Epidermophyton und dringen in das keratinisierte Gewebe ein, um sich dort auszubreiten.

Die am häufigsten betroffenen Stellen sind die Füße, besonders die Zehenzwischenräume und die Fußnägel. Der Pilz kann aber auch andere Bereiche des Körpers befallen wie beispielsweise Kopf, Gesicht, Hand oder Leiste.

Verschiedene Pilze in rotem Licht, Die Erreger von Hautpilz sind sehr unterschiedlich.
Hautpilz wird von verschiedenen Erregern ausgelöst. (Quelle: adege - pixabay.com)
Candida albicans ist ein Hefepilz auf der Haut, der sich auch gerne auf Schleimhäuten ausbreitet. Hierbei sind häufig Mund, Scheide oder Rachen vom Pilz betroffen. Bei Babys kann sich durch eine volle Windel ein Windelsoor (Hefepilzbefall im Windelbereich) ausbilden.

Malassezia furfur ist ebenfalls ein Hefepilz und der Erreger der Kleienpilzflechte. Der Pilz breitet sich am meisten auf der Brust, dem Rücken, den Schultern und dem Hals aus. Es kommt aber auch vor, dass sich die Infektion bis auf die Arme und den Rumpf erstreckt.

Schimmelpilze sind sehr viel unbedeutender, wenn man über Hautpilz spricht. Sie werden durch den Atem aufgenommen, breiten sich dann im Inneren des Körpers aus und befallen die Organe (med.: Systemmykose).

Wenn Ihr Hautpilz nicht rechtzeitig behandelt, könnt ihr nicht nur andere Personen anstecken!

Es können weitere Erreger, wie z.B. Bakterien, in die vom Hautpilz geschädigte Haut eindringen und zu einer Superinfektion führen!

Apothekerin Melissa mit schwarzem Blaser und weißem Hintergrund.

Melissa, Apothekerin

Hautpilz ist eine ansteckende Erkrankung und damit sollte nicht zu leichtfertig umgegangen werden. Der Pilz wird entweder direkt von Mensch zu Mensch übertragen oder man steckt sich über ein betroffenes Tier an.

Die Ansteckung erfolgt aber auch indirekt an kontaminierten Gegenständen oder Böden. Deshalb gilt auch hier, wie bei Fußpilz und Nagelpilz: Besonders an öffentlichen Orten (Hotelzimmer, Schwimmbad, Umkleidekabine etc.) immer Schuhe, Socken oder Badeschlappen tragen und nicht barfuß gehen!

Risikofaktoren für Hautpilz

Zu den Risikofaktoren für Hautpilz zählt vor allem ein geschwächtes Immunsystem. Das ist bei HIV-Patienten der Fall, kann aber auch durch bestimmte Medikamente ausgelöst werden.

Arzneimittel, die das Immunsystem des Menschen unterdrücken (Immunsuppressiva), werden bei Autoimmunerkrankungen wie z.B. Schuppenflechte, vom Arzt verordnet.

Ein stressbedingter Hautpilz entsteht, wenn der Körper durch Schlafmangel, schlechte Ernährung und häufige Stresssituationen eine schwache Immunabwehr aufzeigt. So ist man deutlich anfälliger für Infektionen (auch für Erkältungsviren, Herpesviren etc.).

Zuckerwürfel und Spritze, sinnbildlich für Diabetes.
Diabetes kann ebenfalls Ursache für Hautpilz sein. (Quelle: Myriams-Fotos - pixabay.com)
Weitere Ursachen für Hautpilz sind auch Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, eine geschwächte Darmflora oder Übergewicht. Bei adipösen Menschen sorgen die übermäßigen Hautfalten am Körper, in denen sich schnell Schweiß bildet, für ein gutes, feuchtwarmes Wachstumsklima für Hautpilze.

Hautpilz: Bilder, Arten und typische Symptome

Verschiedene Arten von Hautpilz

Tinea: 7 Arten, Lokalisierung und Symptome

Im Folgenden werden die verschiedenen Arten der Tinea-Erkrankung aufgeführt. Zusätzlich findet Ihr Bilder der Erkrankungen.

1. Kopfpilz (Tinea capitis)

Häufigste Dermatophytose im Kindesalter. Ursachen und Symptome, die auftreten können, sind sehr vielseitig. Darum muss der Erreger unbedingt von einem Arzt bestimmt werden, dann kann die richtige Behandlung folgen.

Diese Trichomykose (Pilzbefall der Haare) durch Fadenpilze breitet sich entlang der Haarwurzel bis in die Kopfhaut aus und führt zu abgebrochenen Haaren.

Tinea capitis ist eine häufige Form des Hautpilzes
Tinea Pedis ist eine häufige Form des Hautpilzes. (Quelle: Zay Nyi Nyi - shutterstock.com)

2. Hautpilz im Gesicht (Tinea faciei)

Scheibenartige, entzündete Bereiche im Gesicht mit Schuppen, die jucken und nässen. Meistens sind Kindern zwischen 5 und 10 Jahren befallen. Oft in Begleitung von Tinea corporis (Ringelflechte).
Hautpilz im Gesicht eines Mannes
Tinea faciei befällt das Gesicht. (Quelle: iweevy - shutterstock.com)

3. Bartflechte (Tinea barbae)

Meist hoch entzündliche Haut im Bartbereich, eventuell mit allgemeinem Krankheitsgefühl. Erreger werden oft durch Tiere auf den Menschen übertragen. Vor allem sind Landwirte, Tierärzte und Schlachthofarbeiter betroffen.

4. Ringelflechte (Tinea corporis)

Entzündliche Hautpilzinfektion auf flaumbehaarter Haut (auch im Gesicht). Scheibenartige, juckende Stellen und Schuppenbildung.

Kleine weiße Punkte auf Rpcken eines Mannes.
Der Rücken ist von Ringelflechte befallen. (Quelle: phichet chaiyabin - shutterstock.com)

5. Handpilz (Tinea manus)

Meist nur an einer Hand. Wenn die Infektion jedoch nicht behandelt wird, kann der Pilz auch auf die andere Hand übergehen. Juckende Bläschen auf der Handfläche und den Fingerseitenflächen.

Linke Hand ist von Handpilz befallen.
Handpilz an der Außenseite der linken Hand. (Quelle: Cristina Nakamura - shutterstock.com)

6. Leistenpilz (Tinea inguinalis)

Variante der Tinea corporis, die vor allem Männer betrifft. Scharf begrenze, schuppende, juckende, gerötete Haut, vor allem an der Oberschenkelinnenseite. Oft breitet es sich auch im Intimbereich bis zum Gesäß aus.

7. Unterschenkelpilz (Tinea cruris)

Chronische Infektion der Unterschenkel, mit bräunlichen, erbsengroßen Knötchen, die schuppen und jucken. Durch Rasieren der Beinhaare und eine vorbestehende Fußpilzerkrankung wird die Krankheit verschleppt und die Sporen können sich auf die Unterschenkel ausbreiten. Es sind vor allem Frauen betroffen.

Hier findet Ihr weitere Informationen zu Fußpilz (Tinea pedis) und Nagelpilz (Tinea unguium, Onychomykose).

Malassezia furfur: Lokalisierung und Symptome

Man sieht den Rücken eines Menschens der von Kleienpilzflechte befallen ist.
Kleienpilzflechte am Rücken eines Mannes. (Quelle: shutting - shutterstock.com)

Die Kleienpilzflechte (med.: Pityriasis versicolor) kommt oft bei Menschen mit heller Haut vor und beginnt meistens fleckenartig am Nacken. Es bilden sich kleine, runde, hellbraune Stellen, die leicht schuppen.

In diesem Fall ist der Hefepilz Malassezia furfur verantwortlich. Wenn die Haut durch die Sonne gebräunt wird, zeigen sich die helleren Flecken der Pilzinfektion noch intensiver, da sie selbst nicht dunkler werden.

Candida albicans: Lokalisierung und Symptome

Ein Befall mit dem Pilz Candida albicans betrifft am meisten die Haut oder Schleimhäute. Diese Art von Pilzbefall wird „Soor“ genannt.

Nachdem der Pilz im menschlichen Stuhl vorkommt, kann sich bei Säuglingen schnell ein Windelsoor ausbilden, wenn ungeeignete Windeln verwendet werden oder nicht regelmäßig gewickelt wird. In der Windel ist es feucht und der Säureschutzmantel der Haut wird angegriffen. Dadurch können sich Pilze und Bakterien ideal in die angegriffene Haut einnisten.

Mundsoor kommt häufig auf der Zunge vor. (Quelle: Sruilk - shutterstock.com)

Aber auch Mundpilz oder Scheidenpilz werden von der Candida-Art verursacht. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder einer gestörten Darmflora sind besonders gefährdet an diesem Pilz zu erkranken.

Das typische Symptom dieser Infektionsart ist die Ausbildung eines weiß-gelblichen Belags. Dieser bildet sich auf der Zunge und lässt sich „abwischen“. Wenn die Scheide betroffen ist, kommt es zu einem weißlichen Ausfluss und die Betroffene leidet an Juckreiz und einem Brennen.

Was hilft gegen Hautpilz? Die richtige Behandlung ist entscheidend!

Alle Hautpilzinfektionen werden mit pilzabtötenden Medikamenten (Antimykotika) behandelt. Im Anfangsstadium beginnt man die Pilze mit einer äußerlichen Therapie mit Creme oder Lösung zu bekämpfen. Wenn die Erkrankung fortgeschritten ist, kann die Behandlung eine Kombination aus äußerlichen und innerlichen Medikamenten erfordern.

Wenn man Hautpilz behandeln will ist es wichtig, die Erregerart von einem Arzt zu bestimmen. Nicht jedes Medikament wirkt bei allen Pilzarten. Der Mediziner kann so das richtige Antimykotikum bestimmen, das für die Behandlung am geeignetsten ist.

Trotzdem sind die äußerlich anzuwendenden Medikamente ohne Rezept vom Arzt in der Apotheke erhältlich, während die Tabletten und Kapseln zum Einnehmen eine Verordnung vom Arzt benötigen.

Die folgenden Produkte sind alle freiverkäuflich erhältlich!

Behandlung von Tinea-Infektionen mit Cremes und Lösungen

1. Canesten Creme

Canesten Creme gegen Pilzerkrankungen

Wirkstoff: Clotrimazol

Beschreibung: Mittel für Pilzerkrankungen der Haut und Schleimhaut.

Anwendung: 2-3x täglich auf die erkrankten Hautstellen dünn auftragen und einreiben. Ein etwa 1/2cm langer Salbenstrang reicht für eine handtellergroße Fläche.

Nizoral Creme gegen Tinea Hautpilz

Wirkstoff: Ketoconazol

Beschreibung: Mittel bei einer Pilzinfektion der Haut und Kopfhaut.

Anwendung: Bei normalem Befall 1x täglich (bei starkem 2x am Tag) auf betroffene Stellen auftragen und einmassieren.

Miconazol Lösung hilft gegen Hautpilz

Wirkstoff: Miconazol

Beschreibung: Lösung bei einer Pilzinfektion der Haut (Füße, Körperhaut, Körperhautfalten)

Anwendung: Etwa 1-3x täglich auf die erkrankten Hautregionen auftropfen.

Bifon Lösung wird bei Pilt auf der Haut angewendet

Wirkstoff: Bifonazol

Beschreibung: Mittel bei Pilzerkrankungen der Haut, Körperfalten, Füße und Handflächen.

Anwendung: 3 Tropfen 1x täglich vor dem Schlafengehen auf die betroffenen Stellen am Körper auftropfen.

Behandlung von Kleienpilzflechte

1. Epi-Pevaryl Lösung

Epi-Pevaryl Lösung wird bei Kleienpilzflechte eingesetzt

Wirkstoff: Econazol

Die Behandlungsdauer beträgt 3 Tage (in schweren Fällen 6 Tage).

Beschreibung: Lösung zur Bekämpfung von Hautflechte durch Kleienpilz.

Anwendung: 1 Beutel 1x täglich abends nach dem Duschen auf die feuchte Haut auftragen und einmassieren. Sowohl betroffene Stellen am Kopf als auch Körper einschäumen und trocknen lassen. Am folgenden Morgen sollte der gut getrocknete Schaum abgespült werden.

Ketozolin Shampoo zur Behandlung von Kleienpilz

Wirkstoff: Ketoconazol

Beschreibung: Shampoo zur Behandlung von Infektionen der Kopfhaut durch Kleienpilz.

Anwendung: 1x täglich auf gesamte Kopfhaut und in die volle Haarlänge auftragen. Die Haare sollten mit warmem Wasser nass gemacht, das Shampoo aufgetragen und durch Einmassieren zum Schäumen gebracht werden. 3-5 Minuten einwirken lassen und danach gründlich ausspülen.

Die Behandlung mit Shampoos sollte nicht länger als 6 Monate erfolgen, um die natürliche Flora der Kopfhaut nicht zu verändern.

Je nach Erkrankung ist es häufig sinnvoll, das Shampoo mit einem Antimykotikum in Form einer Lösung (1x täglich für 1 Woche) zu kombinieren.

Apothekerin Melissa mit schwarzem Blaser und weißem Hintergrund.

Melissa, Apothekerin

Behandlung von Scheidenpilz

1. Canesten Gyn Once Kombi

Canesten Gyn Once Kombi zur Behandlung von Scheidenpilz

Wirkstoff: Clotrimazol

Beschreibung: Kombinationstherapie aus Vaginaltablette (mit Applikator) und äußerlich anzuwendender Creme gegen Pilze.

Anwendung: Einmalig eine Vaginaltablette einführen, Creme sollte 2-3x täglich über 1-2 Wochen aufgetragen werden.

Kadefungin 3 Kombipackung zur Therapie von Vaginalpilz

Wirkstoff: Clotrimazol

Beschreibung: Kombinationstherapie aus 3 Vaginaltabletten (mit Applikator) und Creme für die äußerliche Anwendung gegen Hautpilze.

Anwendung: An 3 aufeinanderfolgenden Tagen abends die Vaginaltablette einführen und zusätzlich die Creme 3x täglich äußerlich anwenden. Falls erforderlich kann die 3 Tages-Therapie wiederholt werden.

Behandlung von Mundpilz

1. Moronal Suspension

Moronal Suspension wird bei Mundpilz eingesetzt.

Wirkstoff: Nystatin

Beschreibung: Suspension bei Pilzinfektion mit Hefepilzen (Candida) im Mund oder im Darm.

Anwendung: 0,5-1,5 ml 4x täglich nach der Mahlzeit in den Mund geben und auf der Schleimhaut wirken lassen. Danach sollte die Suspension heruntergeschluckt werden. Vor Gebraucht Flasche gut schütteln.

Infectosoor Mundgel hilft bei der Therapie von Mundpilz

Wirkstoff: Miconazol

Beschreibung: Mundgel bei Pilzerkrankungen mit Hefelpilzen im Mund (Mundsoor).

Anwendung: Es sollten 2ml etwa 4x täglich über den Tag verteilt nach den Mahlzeiten in der Mundhöhle verteilt werden. Dann auf der Schleimhaut einwirken lassen und das Mundgel danach schlucken.

Behandlung von Windelsoor

1. Multilind Heilsalbe

Multilind Heilsalbe gegen Windelsoor

Wirkstoff: Nystatin und Zink

Beschreibung: Entzündungshemmende Salbe, die auch den Juckreiz stoppt. Geeignet für Pilzerkrankungen der Haut und Hautfalten durch Hefelpilze.

Anwendung: Die Salbe sollte ein bis mehrmals täglich dünn auf betroffene Stellen auftragen.

Infectosoor Zinksalbe hilft bei der Genesung von Windelsoor

Wirkstoff: Miconazol und Zink

Beschreibung: Salbe bei Pilzinfektionen mit Hefelpilzen im Genital- und Analbereich.

Anwendung: Eine ausreichende Menge sollte mehrmals täglich bei jedem Windelwechsel auf die betroffenen Hautstellen auftragen.

Innerliche Behandlung von Hautpilz (verschreibungspflichtig)

Wenn eine äußerliche Therapie nicht ausreicht, um die Pilze vollständig abzutöten, entscheidet sich der Arzt meistens für eine Kombinationstherapie mit Tabletten oder Kapseln zum Einnehmen.

Beispiel: Bei Kopfpilz reicht eine äußerliche Behandlung meistens nicht aus und muss mit Tabletten (z.B. Griseofulvin) kombiniert werden.

Auch bei Bartflechte ist häufig eine Kombinationsbehandlung nötig. In diesem Fall eignen sich die Nizoral Creme mit Terbinafin Tabletten.

Wirkstoffe, die für die innerliche Behandlung von Hautpilz in Frage kommen:

  • Griseofulvin
  • Itraconazol
  • Fluconazol
  • Terbinafin

Bei starkem Juckreiz oder Hautbrennen kann der Arzt auch eine cortisonhaltige Salbe verschreiben.

Die Anwendungsdauer aller Präparate richtet sich nach der Anordnung des Arztes und beträgt in der Regel mehrere Wochen.”

Apothekerin Melissa mit schwarzem Blaser und weißem Hintergrund.

Melissa, Apothekerin

Kann eine Operation bei Hautpilz notwendig sein?

In der Regel sind bei Hautpilz keine operativen Eingriffe nötig. Das einzige, was einen chirurgischen Eingriff erfordern kann, ist das Öffnen von Blasen und Pusteln.

Eine Ausnahme gibt es: bei einer Nagelpilzinfektion, bei der der gesamte Nagel betroffen und zerstört ist kann es nötig sein, den Nagel zu entfernen.

Helfen Hausmittel gegen Hautpilz?

Eine weitere Möglichkeit für die Behandlung von Hautpilz sind Hausmittel. Es gibt verschiedene Stoffe, denen nachgesagt wird, dass sie zur Behandlung gegen Pilze geeignet sind.

In manchen Fällen trifft das schon zu, jedoch ist die Wirkung meist zu schwach, um den Pilz tatsächlich zu beseitigen. Deshalb sollte man Hausmittel gegen Hautpilz mit Vorsicht verwenden und am besten mit antimykotischen Mitteln kombinieren.

Teebaumöl soll mit seinen Inhaltsstoffen eine antimikrobielle Wirkung besitzen und das Pilzsporenwachstum hemmen. Es soll außerdem stärker gegen Pilze wirksam sein als Eukalyptusöl, das mit seinem Wirkstoff Cineol ebenfalls Hautpilz bekämpfen soll. Mit dem Verfahren sollte man jedoch aufpassen, denn konzentriertes ätherisches Öl kann zu Hautreizungen führen.

Hausmittel gegen Pilzinfektion der Haut
Bei einer Hautpilzerkrankung können Hausmittel eingesetzt werden, allerdings nur in Ergänzung zu medizinischen Produkten. (Quelle: PhotoSG – stock.adobe.com)

Die mexikanische Tomate (Solanum chrysotrichum) soll verarbeitet in einer Creme gegen Pilzerkrankungen an Kopf und Fuß wirken. In der mexikanischen traditionellen Medizin werden alkoholische Extrakte aus den Blättern zur Behandlung von Haut- und Schleimhauterkrankungen eingesetzt. Sie sollen gegen Dermatophyten (Fadenpilze) und Hefepilze wirken.

Aus Knoblauch (Allium sativum) lässt sich eine 0,4%ige Ajoen Creme herstellen, die ebenfalls pilzabtötende Eigenschaften besitzen soll und bei Fußpilz eingesetzt wird.

Wer sich mit einem Hautpilz infiziert hat sollte nicht nur auf Hausmittel setzen. Sie können begleitend eingesetzt werden, haben aber nicht den wissenschaftlichen Beweis einer Wirkung gegen Pilze und sind meistens zu schwach, um den Erreger tatsächlich vollständig abzutöten.

Hautpilz in Schwangerschaft und Stillzeit

Wer schwanger ist oder stillt sollte bei einer Hautpilzinfektion immer sofort den Arzt aufsuchen. Nachdem es oft eine Nutzen-Risiko-Abwägung ist, muss der behandelnde Arzt entscheiden, ob und mit welchem Mittel der Pilz behandelt wird.

Hautpilz bei Kindern

Bei hartnäckigen Schuppen am Kopf des Kindes handelt es sich meistens um eine Infektion mit dem Pilz Malassezia furfur. Dieser Fall kann mit einer Clotrimazol Paste behandelt werden (z.B. Imazol Paste), die für Kinder ab dem 1. Monat geeignet ist.

Nachdem schuppende Hauterscheinungen aber auf verschiedene Krankheiten hinweisen können, sollte trotzdem ein Kinderarzt aufgesucht werden. Es könnte sich unter Umständen schon um erste Zeichen einer atopischen Dermatitis handeln.

Verlauf einer Hautpilzbehandlung

Hautpilzerkrankungen können nicht von selbst heilen, deshalb sollte man immer schon so früh es geht mit einer Therapie beginnen. Im fortgeschrittenen Stadium können sogar Schmerzen auftreten und es kann zu schlimmeren Infektionen kommen.

Beim Verlauf der Behandlung ist Geduld gefragt. Nachdem der Pilz nicht nach einer einmaligen Behandlung geheilt ist, muss die Therapie konsequent und kontinuierlich durchgeführt werden.

Der Arzt bestimmt die Erregerart durch eine mikroskopische Untersuchung, nachdem er einen Abstrich der betroffenen Hautstelle genommen hat. Erst wenn der Pilz genau identifiziert wurde, kann das richtige Medikament bestimmt werden.

Wenn man die Behandlung schon frühzeitig beendet, riskiert man einen Rückfall und eine erneute Ausbreitung des Pilzes. Wer jedoch so lange therapiert, wie es verordnet wird, kann von einer vollständigen Heilung ausgehen. Die Haut normalisiert sich wieder und Symptome wie etwa Juckreiz, Rötungen und Schuppung, die der Pilz verursacht, verschwinden.

Hautpilz effektiv vorbeugen!

Neben den Behandlungsmöglichkeiten kann man auch im Alltag einiges tun, um eine Hautpilz-Therapie zu unterstützen, oder den lästigen Pilz gar nicht erst zu bekommen:

  • Immer Badeschuhe tagen (um sich nicht mit Fußpilz anzustecken)
  • Desinfektionsspray gegen Pilze für Füße im Schwimmbad
  • Prophylaktisch antimykotische Lösungen/Sprays verwenden
  • Kontaminierte Gegenstände desinfizieren (Schuhe)
  • Immer eigenes Handtuch und eigene Kleidung (Socken) verwenden und regelmäßig wechseln
  • Füße regelmäßig, gründlich mit Seife waschen
  • Bei Fußpilz offene bzw. atmungsaktive Schuhe tragen
  • Immunsystem stärken: Auf Gesundheit achten! (Bewegung, Ernährung, Schlaf, Stress vermeiden)
  • Haustiere beim Tierarzt auf Hautpilz untersuchen lassen und ggf. mit Antimykotika behandeln
  • Kleidung bei mindestens 60°C waschen, bei kälteren Temperaturen Hygienespüler verwenden
Melissa

Melissa

Melissa ist eine approbierte Apothekerin. Ihre praktische Erfahrung nutzt sie um Euch hier weiterzuhelfen.


Quellenverzeichnis:

1. Peter Mayser, Angriff auf Haare, Haut und Nägel, https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-062007/angriff-auf-haare-haut-und-naegel/

2. Fabian Geßner, Tinea barbae, https://flexikon.doccheck.com/de/Tinea_barbae

3. Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Tinea faciei, https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/tinea-faciei-3960

4. Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Tinea, https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/dermatologie/tinea-ubersicht-3950

5. AWMF, Tinea der freien Haut, http://www.oegstd.at/res/013-002.pdf

6. AWMF, Tinea capitis, https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-033l_S1_Tinea_capitis_2019-05.pdf